Bei strahlendem Sonnenschein versammelten sich über ein Dutzend Rennvelofahrer mit Begleiter bei unserem Hauptsponsor, dem Velogeschäft Bauer Sport in Wettingen. Etappenziel des ersten Tages war der Schluchsee im Südschwarzwald. Die Gümmeler machten sich vorerst via Würenlingen – Kleindöttingen und Leibstadt auf den Weg Richtung Deutschland. Die Strecke führte uns ins Albtal. Eine meist schattige Waldstrasse war zu dieser Jahreszeit hochwillkommen, brannte die Sonne doch schon gnadenlos vom Himmel. Die Begleiterinnen fuhren mit dem Auto direkt nach St. Blasien und besuchten dort einen nahegelegenen Tierpark. Um die Mittagszeit trafen sich alle Ausflugsteilnehmer in einem Restaurant und wir konnten bereits die ersten Erlebnisse austauschen.

Frisch gestärkt nahm ein Teil der Velofahrer den Weg via Menzenschwand und die Steigung zum Äulemer Kreuz in Angriff. Ein kleineres Grüppli umfuhr diesen Pass und erreichte den Schluchsee über einen weniger steilen Weg. Allen Velofahrern setzte nicht nur die Fahrt, sondern auch die sommerliche Hitze zu. Die mitgeführten Bidons leerten sich im Nu. Kurz vor Schluchsee kamen wir alle noch in einen kühlenden Gewitterregen, was erfrischend wirkte.

In Schluchsee stillten wir unseren grossen Durst mit einem erfrischenden Getränk oder kühlten uns im nahegelegenen Seebad ab.

Am Abend besuchten wir das Seenachtsfest und degustierten verschiedene Spezialitäten. Das kleine aber feine Feuerwerk rundete das Fest ab.

Nach einem reichhaltigen Frühstück und bei angenehmen Temperaturen machten wir uns am Sonntagmorgen auf den Weg zurück Richtung Schweiz. Über Rothaus ging es das kurvenreiche Steinatal in forschem Tempo hinunter. Am Horizont zogen dunkle Wolken auf, das versprach nichts Gutes. Mitten in Lauchringen blies plötzlich ein stürmischer Wind und es begann leicht zu tröpfeln. Kurz entschlossen hielten wir an und suchten Schutz bei einem Restaurant. Sekunden später prasselte der Regen wie aus Giesskannen herunter, Blätter und Äste wurden wie im Herbst durch den Wind gewirbelt. Wir hatten gerade nochmals Glück gehabt. Nach etwa einer Stunde war der ganze Zauber vorüber, am Horizont konnte man bereits den blauen Himmel wieder sehen. So setzten wir bei schwülwarmer und feuchter Luft unsere Tour Richtung Schweiz fort, wo wir nach Mittag wieder in Wettingen ankamen.

Aber auch unsere Begleiter, welche noch am Schluchsee waren, hatten einiges erlebt. Dort oben zog der Gewittersturm mit voller Wucht über den See und drohte die Festzelte des Seenachtsfestes mitzureissen. Innert Sekunden wurden die Festbesucher zu Helfern und klammerten sich an den Stützpfosten der Festzelte fest, damit diese nicht davonflogen. Das Wasser stand mittlerweile zentimeterhoch auf der Strasse und alle waren nass bis auf die Haut. So schnell wie das Unwetter kam, so schnell war es auch vorbeigezogen. So erzählte man sich beim anschliessenden Mittagessen, was jeder erlebt hatte: niemand hätte sich am Morgen vorstellen können, dass so Aufregendes passieren wird. Ein eindrückliches und erlebnisreiches Wochenende mit einigen ungeplanten Ereignissen für alle ging vorüber. Ohne Unfälle und Verletzungen kam die ganze Gruppe wieder gesund nach Hause.

Jürgen Berger