Max Chopard reiste zum Jahrestag „25 Jahre Tschernobyl“ mit Green Cross in das Katastrophengebiet in die Ukraine. Die Menschen dort sind noch heute „im Atom gefangen“. Die wenigen Leute, welche in der Umgebung von Tschernobyl  leben, können einerseits nicht weg von dort, werden sie doch innerhalb ihres eigenen Landes ausgegrenzt oder aber sind andererseits Angestellte der sog. Atomreparatur Services, das heisst sie  „bewirtschaften“  die Atomruine. Der Schutzmantel muss innerhalb der nächsten zehn bis fünfzehn Jahre erneuert werden, soll er nicht massiv leck schlagen.

Tschernobyl ist für Chopard ein erschütterndes Zeugnis davon, was passiert, wenn Kerntechnologie ausser Kontrolle gerät und er ist überzeugt, dass es nicht weitere 25 Jahre dauern wird bis zum nächsten Unfall iregdwo auf der Welt.

Grossrätin Astrid Andermatt beschäftigte sich mit der Frage einer Evakuierung im Ernstfall. Sie stützte sich dabei auf das Buch von Susanne Boos „Fukushima lässt grüssen“. Wer glaubt, in Japan habe die Regierung stets alles Griff gehabt, irrt sich gewaltig. So wurde rund um den Katastrophenmeiler auf der Karte mit dem Zirkel ein Kreis gezeichnet und die Leute im Umkreis von 20 km, später von 30 km, evakuiert. Dass sich die Natur nicht an Geometrie hält, versteht sich wohl von selbst! Gemäss der amerikanischen Atomaufsichtsbehörde wäre aber eine viel grossräumigere Evakuierung nötig gewesen, in der Grössenordnung von 60km. Überträgt man dies auf die Schweiz, wird klar, dass dies das „Ende der neuen Eidgenossenschaft“ wäre. In der Schweiz werden aber nicht Kreise gezeichnet, sondern Halbkreise, hört doch am Rhein die Gefahrenzone auf! Aber auch um ein halb so grosses Gebiet zu evakuieren, ist absolut kein Plan vorhanden und das absolute Chaos vorprogrammiert. Einzige Devise: Sich im Keller verkriechen und Radio hören! Ja nicht in öffentliche Zivilschutzräume flüchten, denn die sind gar nicht besetzt! Auch die kürzlich verteilte Bröschüre „Richtiges Verhalten bei einem Kernkraftwerksunfall“ suggeriert eine falsche Sicherheit und kann keine Frage zufriedenstellend beantworten. Stellt man Fragen nach Schutzräumen auf der Gemeindeverwaltung, wird man an den Bevölkerungsschutz verwiesen, aber auch der kann keine Antworten geben. Kunststück, fehlen ihm doch die entsprechenden Szenarien vollständig. Darum gibt es, und da sind sich Chopard und Andermatt einig, nur eines, ein möglichst rasches Abschalten unserer Kernkraftwerke und der Umstieg auf erneuerbare Energiequellen! Die einzige mögliche Zukunft heisst Cleantech!