Bereits zum vierten Mal war die vom Pfarreirat Sulz ins Leben gerufene Wandergruppe unterwegs auf dem Jakobsweg. Im vergangenen Herbst erreichte man die auf einem Vulkanplateau gelegene französische Stadt Le Puy-en-Velay, wo denn auch die diesjährige Wanderung wieder aufgenommen wurde. Nach einem Besuch des morgendlichen Pilgergottesdienstes in der Kathedrale von Le Puy im Kreise Gleichgesinnter aus aller Welt, wurde zur rund 250 Kilometer langen Wanderung gestartet, welche von der neunköpfigen Pilgerschar in elf Etappen zurückgelegt wurde.

Nach dem Überschreiten des Flusses Allier kam die Gruppe ins Granithochland der Margeride, eine äusserst dünn besiedelte Gegend, die geprägt ist von grossen Wäldern und Weiden. Die Wanderung verlief zumeist auf einer Meereshöhe von über 1‘000 Metern. Direkt anschliessend folgte das Aubrac-Hochland, ebenfalls eine wilde Gegend mit einem rauen Klima, das die Gruppe denn auch sehr direkt zu spüren bekam. Auffallend die grossen Herden von prächtigen Hochlandrindern, die Kühe mit den weissen Ringen um die Augen, umgeben von ihren Kälbern und mittendrin ein imposanter Stier.

Zwischen Nasbinals und Aubrac wurde auf rund 1‘400 Meter der höchste Punkt der Via Podiensis, so nennt sich das Teilstück zwischen Le Puy und der spanischen Grenze, erreicht. Es war neblig dort oben und der Wind blies den kalten Nieselregen in die Gesichter der Pilgerschar. Trotzdem wurde der mitgeführte „Gipfeltrunk“ genossen. Dann ging es hinunter ins Tal wo der Weg weitgehend dem Lot und seinen Nebenflüssen folgte. Die Übernachtung in Conques, einem der wohl schönsten Dörfer Frankreichs, mit dem abendlichen Besuch eines Orgelkonzerts in der dortigen Basilika, war bestimmt ein Höhepunkt. In der historischen Stadt Figeac wurde das Ziel der diesjährigen Wanderung erreicht. Diese war geprägt von relativ schlechtem Wetter und ständigem Bergauf - und -ab, so dass da und dort die schweren Rucksäcke schon etwas drückten. Dies freilich tat der Freude und dem eindrücklichen Gemeinschaftserlebnis keinen Abbruch. Von Figeac ging es über Paris-Basel zurück ins Fricktal.