Zoff@net im Chapfschulhaus Windisch

Die Theatergruppe Bilitz führte in der Real- und Sekundarschule Windisch das Forumtheater Zoff@net auf.  Der Anlass wurde von der Schulsozialarbeit organisiert. 3 Vorstellungen waren für die Schülerinnen und Schüler, eine Vorstellung für die Eltern reserviert. Erfreulicherweise war auch die Elternvorstellung sehr gut besucht.

Cybermobbing, Sexting, Social Bashing etc. sind Phänomene, die eine Vielzahl von Jugendlichen direkt oder indirekt kennen. Konflikte werden auf sozialen Netzwerken verbreitet und dadurch unkontrollierbar gemacht. Betroffene Jugendliche leiden sehr unter solchen Ereignissen.

Zum Inhalt: Leonie und Rahel sind gute Freundinnnen. Das heisst, sie waren es, denn Rahel wird von Leonie schwer enttäuscht. Leonie spannt ihrer Freundin den Freund aus. Diesen Konflikt tragen die beiden nicht von Angesicht zu Angesicht aus. Rahel rächt sich im Netz und löst eine Lawine von Ereignissen mit tragischen Folgen aus. “Disst Leonie, die fette Verräterin hat mir den Freund ausgespannt !“  Eindrücklich ist im Stück zu sehen, wie sich die Cyberattacke im Netz ausbreitet und wie Leute unter Druck gesetzt werden, die Meldung weiterzuleiten. Leonie wird schlussendlich in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Symptome sind erhöhte Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen, Schuldgefühle, lebensmüde Gedanken sowie posttraumatische Belastungsstörungen. Im Rückblick wünschten sich Freunde, Eltern, MitschülerInnen, Lehrpersonen, sie hätten sich anders verhalten. Sich anders verhalten – aber wie ?

Das Publikum konnte anhand des Stückes das Verhalten der Figuren unter die Lupe nehmen und andere Handlungsweisen ausprobieren. Das braucht bekanntlich viel Mut – etliche Schülerinnen und Schüler wagten es, sich im spontanen Spiel zu exponieren und in eine neue Rolle zu schlüpfen. Herzliche Gratulation zum Mut ! Es war jedenfalls faszinierend, den Dialog zwischen den Schauspielerinnen und Schauspielern sowie den Jugendlichen mitzuverfolgen, vor allem dann, wenn sich die Schülerinnen und Schüler in für sie fremde Rollen wie den Vater oder die Lehrerin versetzen mussten. Die Jugendlichen waren sich einig, dass solches Cybermobbing nicht unterstützt werden sollte. Sie wurden ins Stück integriert und dadurch zum Mitdenken angeregt. Die Rolle von Severin, dem feigen Freund von Leonie wurde ebenso kritisch hinterfragt wie die Unfähigkeit von Vater und Lehrerin, die Situation zu erkennen, richtig einzuschätzen und angemessen zu handeln. Einig waren sich schlussendlich alle, dass durch andere Verhaltensweisen aller Beteiligten viel Unglück hätte abgewendet werden können.