Monika Barth, 15. November 2008

Die Einladung beruhte auf einer über drei Jahre bestehenden Beziehung der beiden Gemeinden. Grund dafür war das Hochwasser im Jahre 2005.

Man erinnert sich nicht gerne daran: Nach dem Unwetter war Engelberg am 23. August 2005 von der Umwelt abgeschnitten worden. Die Strasse und das Trassee der Zentralbahn waren vom Hochwasser zerstört worden. Die Armee hatte eine Luftbrücke mit Superpuma-Helikoptern eingerichtet. Die Feuerwehr evakuierte gefährdete Wohngebiete. Ein Bild des Grauens bot sich der Bevölkerung.

Kaum vorstellbar, dass in Engelberg wieder einmal der gewohnte Alltag einkehren konnte. Doch die Bevölkerung durfte auf eine grosse Solidarität und breite Unterstützung bei den Aufräumarbeiten zählen. Mit dabei war auch ein Trupp der Zivilschutzorganisation Wynental im Kanton Aargau. Mit grossem Einsatz und bestens ausgerüstet legten die Aargauer unter der Leitung des Zivilschutz-Kommandanten Gregor Müller Hand an. Mit seinem Führungskonzept „Fordern, Fördern, Feedback" konnte er seine Truppe zu Höchstleistungen motivieren.

Im Juni und September 2008 waren die Aargauer dann abermals in Engelberg tätig. 35 Wynentaler übten je eine Woche „Ernstfallszenarien". „Wir hatten interessante Aufgaben", betonte Gregor Müller. „Wir haben mitgeholfen, Wanderwege, Bachverbauungen, Feuerstellen und Brückengeländer zu erstellen oder in Stand zu stellen". Sie seien in Engelberg sehr gut aufgenommen worden, und beide Seiten hätten profitiert, betonte Müller. „Die Engelberger waren überrascht ob unserem Tempo und mussten laufend neue Aufträge ersinnen", meinte er schmunzelnd.

Am gemeinsamen Stand mit dem Regionalen Führungsorgan (RFO Wynental) stellte Vizetalammann Martin Odermatt die Gemeinde Engelberg und deren Tourismusangebot vor. „Der Besucherandrang ist gross", freute er sich. „Es kommen viele Besucher, die schon lange nicht mehr in Engelberg waren und das nun nachholen wollen". Unter den Gästen am Engelberger Stand befand sich viel Aargauer Polit-Prominenz. So Regierungsrat Ernst Hasler, Vorsteher des Gesundheitsdepartements, Martin Widmer, Chef Abteilung Militär und Bevölkerungsschutz, der Gränicher Gemeindepräsident Hans Fellmann und die Gemeinderäte Ueli Widmer und Hanspeter Lüem. Viele Besucher versuchten ihr Glück an der Ballwand. Bereits am ersten Tag hätten zehn Personen dabei eine Tageskarte, für eine der Engelberger Bergbahnen gewonnen. Gut angekommen sind auch die von der Käserei Hurschler offerierten Käsemöckli.

Der Aargauer Regierungsrat Ernst Hasler betonte in seinen Begrüssungsworten, dass er die Zusammenarbeit mit der Zentralschweiz sehr schätze. Dass das Sicherheitssystem auf dem Milizsystem aufgebaut sei, erachte er als optimal. Erfreut zeigte er sich auch über die Zentralschweizer Regierungskonferenz, der er angehöre, und in welcher auf vielen Gebieten demokratisch zusammengearbeitet würde. Zum Einsatz der Wynentaler im Hochwasserjahr betonte er, dass er damals vor Ort gewesen sei und noch nie vorher solche Verwüstungen gesehen habe. Den Engelbergern wünschte er viel Schnee und wenig Hochwasser.

Martin Odermatt bedankte sich für die gebotene Plattform. „Ich habe diese Möglichkeit noch so gerne wahrgenommen". Er zeigte sich überrascht über die Wahrnehmung und Wertschätzung des Zivilschutzes im Aargau und wünschte sich für Engelberg ähnliches.