Rheinfelden

Zeichen setzen an der Sekundarschule Rheinfelden

megaphoneLeserbeitrag aus RheinfeldenRheinfelden

Die Schülerinnen und Schüler befassten sich mit ihren eigenen Stärken und Schwächen.

Am vergangenen Donnerstag fand an der Sekundarschule Rheinfelden der Projekttag "Zeichen setzen" statt. Zeichen setzen ist ein bewusst offen gehaltener Name für einen Tag, der der Suchtprävention gewidmet ist. Suchtprävention wird an diesem Tag nicht durch die Auseinandersetzung mit verschiedenen Drogen und Abhängigkeiten thematisiert, sondern durch verschiedene praktische Erlebnisse und Erfahrungen. Die Lehrpersonen erarbeiteten für jede Klassenstufe ein Programm, in denen Themen wie "Lust und Frust", "eigene Stärken und Schwächen" und das Eingehen auf neue Situationen im Zentrum standen.


So wagten sich etwa die Drittsekler in die Höhle "Bruderloch" bei Tecknau. Um in diese Höhle vorzudringen, darf man sich nicht scheuen, kräftig in Schlamm und Dreck zu knien und sich ab und zu auf allen Vieren durch enge Gänge zu kämpfen. Belohnt wird man durch das gute Gefühl, seine Grenzen überwunden zu haben. Ist denn ein Loser, wer dies nicht schafft? Nein, es gehört auch dazu, sich einzugestehen, wo denn die eigenen Grenzen liegen, und auch diese Haltung verdient Respekt.


Die Schüler der ersten Sek eroberten nicht eine Höhle, sondern ihr eigenes Schulareal, das für sie ja vor drei Monaten auch noch Neuland war. Sie stellten kleine Stelen her, die ihre Hände zeigen, und schmückten damit das Schulareal.


Für die Schüler der vierten Sek ging es um eigene Stärken und Schwächen. Sie meldeten sich ihren Vorlieben entsprechen für ein Projekt an, zur Auswahl standen Basteln, Werken, Backen und Singen. Die Werkgruppe stellte Laternen her, die Sängerinnen erarbeiteten ein kleines Programm, das sie dank der Unterstützung durch einen Gitarre spielenden Klassenkameraden am Abend im Städtli vortragen konnten und die beiden anderen Gruppen stellten Gutzi und kleine Bastelarbeiten her, die sie den Leuten auf der Strasse verschenken konnten. Bei den meisten wurde durch diese Arbeiten klar, dass man durch den Einsatz seiner Stärken viel positives Echo auslösen kann.


In die gleiche Richtung ging das Programm der 2. Sek. Die beiden Klassen dachten sich Möglichkeiten aus, um Geld für Terre des hommes zu sammeln. Neben zwei Ständen in der Marktgasse und vor der Migros, an denen sie Kuchen verkauften und die Leute informierten, erledigten sie Aufträge für Privatpersonen oder stellten sich mutig als Sängerinnen auf die Strasse. Die Einnahmen übertrafen mit über 2000 Franken alle Erwartungen.


Für die Schüler war es zum Teil schwierig, bei diesen Projekten den Zusammenhang zur Suchtprävention zu sehen. Was aber vielen von ihnen in Erinnerung bleiben wird, sind Momente, in denen sie ihre positiven Kräfte einsetzten, Gemeinschaft erlebten, Stärke bewiesen oder Schwäche akzeptieren lernten.

Katharina Metzger

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