Zapzarap – A-cappella-Gesang und Komödie

megaphone

Genuss pur... im «Forum» Seon

Ich habe gelacht, geseufzt, Einsamkeiten erahnt ... fast wäre ich dem Viererensemble auf den Leim gegangen und hätte verstohlen eine kleine Träne zerdrückt, wenn sie nicht immer wieder rechtzeitig den abgrundtiefen Herzschmerz gekonnt durch den Kakao gezogen hätten - das befreite Lachen des Publikums war ihnen sicher.

Zapzarap, eine Formation, die virtuos und leichtfüssig erstklassigen A-cappella-Gesang mit rotzfrecher Komödie verbindet, und mit dieser Mischung uns allen den Spiegel vorhält mit unseren kleinen Alltagsnöten, Sehnsüchten und liebenswerten Unzulänglichkeiten.

Fiona, Michelle, Hans-Werner und Heiri, vier singende Schauspieler, Mimen, Komödianten: Sie sind zickig, verklemmt, frech, übelgelaunt oder auch verträumt; am Schluss wollen sie alle nur einfach geliebt werden. Sie erzählen Geschichten mit Hilfe von Mottenschränken, imaginären Hunden, passenden Songs und frechen Textübergängen; mir schien es fast, als wäre die «Bohemian Rhapsody» von Queen extra und ausschliesslich für Zapzarap ersonnen worden; «Per Elisa» ist traumhaft schön aus dem Munde von Fiona. Kuno Lauener hätte sicher seine helle Freude an der eigenwilligen Version von «I schänke der mis Härz», ebenso Mani Matter an derjenigen von «E Löl, e Blöde Siech, e Glünggi un e Sürmel»… Die schweizerdeutsche Variante von «I will survive» ist erstklassig getextet und stimmgewaltig vorgetragen; Heiris donnernde Version von Herbert Grönemeyers «Wann ist ein Mann ein Mann» hat nicht nur tosendes Gelächter ausgelöst. Auch das Publikum im Forum Seon konnte nicht anders: man muss Zapzarap einfach ins Herz schliessen!
Yvonne Steinmann

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