Am Freitagabend 16. Oktober machte sich das Swiss Naturbahnrodel Team auf in Richtung Osten, zum finalen Lauf des Sommer Rollenrodel-Cup 2009 in der Steiermark. In Feldkirch erwartete die 5 Starter der Nachtverladezug nach Graz. Gemütliches Reisen wurde abrupt unterbrochen, als Yuri leichten Schneefall bemerkte, hätte doch ein Anhalten dieses meteorologischen Dramas die Absage des Finales zur Folge gehabt, da eine verschneite Strecke mit einem Rollenrodel schlicht unfahrbar ist. „Es waren sehr wenig Starter dabei" meinte der 9 jährige aus Villmergen.
In St. Nikolai in der Steiermark angekommen, beruhigte sich das Wetter allerdings schnell und die Streckenbesichtigung konnte zu Fuss in Angriff genommen werden. Dabei laufen die Athleten die gesamte Strecke ab, und danach in gegensätzlicher Richtung auch wieder hinauf, gefolgt von zwei Trainingsläufen. „Man kann eine gesamte Strecke auch im Kopf herunter fahren" erklärt Yuri, der bereits gelernt hat, ganze Kurse mental zu lernen und zu speichern - erstaunlich, zudem traf er an diesem Wochenende sein grosses Vorbild, was bestimmt zur Stimmung im wörtlich coolen Österreich beigetragen hat. Jedenfalls stellte sich Samstagnachts im Hotel grosse Zufriedenheit ein, konnte der Schüler mit seinen Trainingszeiten überzeugen. Der Schüler (U10) wäre selbst bei der nächst höheren Kategorie in die Top Teen gefahren. Damit für den letzten Auftritt im Sommercup nun wirklich alles passte, schraubte der Vater Vittorio Fontanive die halbe Nacht noch kräftig an Yuris Rennrodel um wirklich nichts dem Zufall zu überlassen.
Am Sonntagmorgen herrschte noch leichter Nieselregen, und die Strecke veränderte entsprechend ihren Schwierigkeitsgrad, Yuri meinte, „es war sehr kalt im Rennanzug, fast wie Winter!"
Nun war Erfahrung und Rennintelligenz gefragt, und Yuri bewies, dass man auch mit 9 bereits Erfahrung haben kann, und diese auch für sich nutzen muss, „Die Zielkurve war sehr nass und schwierig und ich muss anders bremsen" analysierte er mental, ohne es in Realität testen zu können. Und es gelang in beiden Wertungsläufen! Yuri holte mit grossem Vorsprung den sechsten Sieg im sechsten und letzten Bewerb des Sommerrodel Cups 2009 und wurde als überlegener Sieger gefeiert. „Ich habe einen coolen Pokal bekommen und viele haben gratuliert, und ich bin gut vorbereitet auf den Winter" und das kann er auch sein, ist der Winter doch schon fast da, und wenn auch Rollen gegen Kufen getauscht werden, kann der 2009 noch Ungeschlagene mit einem Selbstvertrauen wie es Roger Federer haben muss in die Schneestrecken starten.
Es ist erstaunlich, dass der beste U10 Rodler Europas ausgerechnet aus der Schweiz kommt, sind doch Nationen wie Österreich und Italien sehr weiter fortgeschritten in Infrastruktur, Trainingsplanung und Wettkampfroutine. Yuri ist aber motiviert, zusammen mit dem führenden Schweizer Team aus Grindelwald zu trainieren, und sich auf der internationalen Bühne zu präsentieren. Der Nachwuchs des Nachwuchses Yuri's Schwester Wayra (7 Jahre) startete ebenfalls erfolgreich bei den Schülerinnen und belegte den zweiten Rang im Gesamtergebnis.
Um an den 22. Jugendspielen des Internationalen Rodelverbandes (FIL) auf der Natureisbahn teilnehmen zu können, wurde ihm nun vom italienischen bereits angeboten, sich mit ihnen in einer Trainingswoche gezielt vorbereiten zu können. Dies wäre ein weiteres Highlight in der noch so jungen Karriere des jungen Aargauers, aber hinter ihm steht ein Team und eine Familie, die die alles dafür tut, um Yuri s Träume und Wünsche zu verwirklichen, ohne dabei die Bodenhaftung zu verlieren. (fon)