Freienwil

«Xaveri, sitz!»

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Grandioses Schauspiel gepaart mit schönem Gesang und währschaftem Essen: Der Unterhaltungsabend des Männerchors und der Theatergruppe Freienwil war ein voller Erfolg.

Die beiden Abende Mitte November begannen jeweils mit einem geschickten Schachzug: Um den Bezug zum Dorf zu schaffen, hatte Männerchor-Präsident Urs Vogt einen Brief von Köbi Läderach an den TV-Sender Sunneschyn verfasst, mit dem sich der Schuhmacher und «Geissepuur» als Kandidat für «Bauer sucht Bäuerin» bewirbt. In das Schreiben liess Vogt auf amüsante Weise ein paar «Episoden» zum Freienwiler Dorfgeschehen einfliessen: So erzählte Köbiunter anderem, dass sein Dorf zwar keine Beiz mehr, dafür Schlaglöcher in den Wegen habe. Und das vor kurzem für Millionen erbaute Schulhaus sei auch schon wieder zu klein … Eine gelungene Einstimmung auf das Lustspiel von Josef Brun.

Schliesslich hiess es dann: Vorhang auf für Köbi (Martin Sprenger) und Vreneli (Irma Füglister)! Seit August hatten die je vier Frauen und Männer unter Anleitung von Regisseur Erich Eggimann fleissig geprobt. Kein offensichtlicher Versprecher, keine Pannen, dafür viel Witz und effektvolle Gesten – das Ensemble hatte den Zweiakter im Griff.

Herausragend in der Rolle von Köbis erbsüchtiger Schwester Marei Wildise spielte Barbara Lüscher. Ihre harschen Kommandos («Xaveri! Sitz!») an den stotternden Lebenspartner Xaver (gespielt von Philippe Ehrenberg) waren Highlights und brachten den Saal immer wieder zum Lachen. Im Hintergrund amtete Lüschers Vater Meinrad Meier als Souffleur. Für Licht und Ton war Stefan Born zuständig.

Und der Männerchor Freienwil sorgte zwischen einzelnen Szenen für Kurzweil. Die sieben Gesangseinlagen waren perfekt auf die Handlung vor der schon fast historischen Kulisse (sie diente schon vor Jahrzehnten im ehemaligen Weissen Wind) abgestimmt. Während sich Köbis Knecht Chrigel (Werner Suter) und Schnapsbrenner Sämi (Stefan Kloter) auf der Bühne mit Hochprozentigem abschossen, liess Chorleiterin Marie-Louise Vogt ihre Mannen «Es gibt kein Bier auf Hawaii» intonieren. Und zum Happy-end auf der Bühne – Luzia Häfeli (Dora Suter) willigt in die Hochzeit mit Köbi ein – gab der Männerchor den Titelsong von «Ewigi Liebi» zum Besten. Ein beachtliches Repertoire, das die Sänger mit der Begleitung am Klavier durch François Ruedin bestens meisterten.

Zu einem volkstümlichen Abend gehörte schliesslich auch währschafte Kost. Der Männerchor servierte vor dem Theater Älplermakkaronen und Bauernschinken. In der Pause wurden Tombola-Lose verkauft – vom Bauernbrot (natürlich aus Dora Suters Backstube) bis zum Vesperplättli (von der Dorfmetzgerei Keller in Würenlingen) gab es auch hier Einheimisches zu gewinnen.

Fazit: Zwei Stunden beste und kurzweilige Unterhaltung. Schade eigentlich, dass es nur zwei Aufführungen gibt!

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