Der Pilatus-Cup war wieder einmal mehr Treffpunkt für den Kyokushinkai-Nachwuchs, reisten doch nicht weniger als rund 140 Karatekas nach Kriens um sich im nationalen und internationalen Teilnehmerfeld in interessanten Wettkämpfen untereinander zu messen. Eine junge und sehr motivierte Delegation aus dem Karate-Club Wohlen vermochte zu überzeugen und zählte mit sechs Podest-Rängen zu den erfolgreichsten Dojos dieses Turniers.

Nach guter Vorbereitungsphase durfte das 14-köpfige Team des Karate-Club Wohlen mit einigen Erwartungen an den 14. Internationalen Pilatus-Cup in Kriens reisen, wo nebst der nationalen Nachwuchs-Elite auch die besten Karatekas aus Wales, England und Israel anwesend waren. Trotz dieser grossen Konkurrenz vermochten die jungen Wohler Karatekas in der technischen Disziplin Kata wie auch in den  kämpferischen Disziplinen Clicker und Kyokushin durchwegs zu überzeugen.

Sieg für Gauch und Kühne in der Kategorie Kata

In der technischen und sehr anspruchsvollen Kategorie „Kata“ müssen die Karatekas einen genau festgelegten Ablauf von Schrittfolgen mit Techniken absolvieren, der im Anschluss von fünf Schiedsrichtern mit Noten bewertet wird. Nebst dem Ziel, jeweils die grösstmögliche Notensumme zu erreichen gilt es im ersten Durchgang aber, unter die besten 16 Teilnehmer zu kommen, denn nur diese sind berechtigt, den Finaldurchgang zu bestreiten. In der Kategorie „Mädchen Gelbgurte“ gelang dies Jenny Hofer mit einer soliden Leistung problemlos und konnte sich im Finaldurchgang den tollen 3. Rang erlaufen. In der höheren Kategorie, wo auch Schwarzgurte starten durften, konnte Chantal Gauch den Erfolg vom Vorjahr nicht ganz wiederholen und verpasste den dritten Rang knapp. Mit dem verlorenen Podestplatz aber mit dem gewonnenen 4. Rang durfte sie mit den erbrachten Leistungen in einem Teilnehmerfeld von 17 Startenden trotzallem zufrieden sein.

Die beiden Kata-Kategorien Gelb- und Blaugurte der Knaben wurden trotz grossem Teilnehmerfeld von den Wohlern dominiert, belegten sie von den sechs möglichen Podesträngen doch deren vier. Nach diversen, mehrheitlich erfolglosen Turnierteilnahmen in der Vergangenheit gelang David Gauch in der Gelbgurtkategorie ein Exploits und gewann diese Kategorie souverän. In den zwei Durchgängen distanzierte er seine ganze Konkurrenz deutlich und durfte sich so über den verdienten obersten Podestplatz freuen. Der erfahrenste Wohler Turnierteilnehmer Trim Hasanaj konnte seine beiden Durchgänge ebenso mit einer hohen Punktesumme abschliessen und durfte sich in dieser Kategorie über den Bronze-Platz freuen. Mit Matthew Minnig und Lukas Brändli schafften es zwei weitere Wohler in den Finaldurchgang und belegten in der Schlussrangliste den guten siebten respektive den elften Rang. Sven Hofer als siebzehnter und Raoul Keusch als zweiundzwanzigster verpassten den Finaleinzug knapp. In der Blaugurt-Kategorie erreichten alle gestarteten Wohler den finalen Durchgang und wussten durchwegs zu überzeugen. Ruhig und scheinbar ohne grosse Nervosität erlief Linus Kühne in den beiden Durchgängen die höchste Punktesumme und schloss diese Kategorie auf dem obersten Podestplatz ab. Mit Brian Funk folgte auf Rang zwei bereits der nächste Wohler Karateka der beide Kata-Läufe auch mit tollen Notendurchschnitt abschliessen konnte. Bei der erstmaligen Teilnahme an diesem Turnier gelang Dimitrios Sarantidis und Lukas Strebel beachtliche Leistungen, verpasste Sarantidis einen Podestrang nur knapp und musste sich mit dem vierten aber für ihn sicherlich erfreulichen Rang begnügen. Strebel erreichte den guten achten Schlussrang und als vierzehnter in dieser Kategorie rundete Abishek Veerasingam die erfreuliche Wohler Leistung ab.

David Gauch nur im Final gestoppt

Nach den Kata-Wettkämpfen stellten sich zwölf Wohler Karatekas den Herausforderungen in der Disziplin „Klicker“, wo sich die Karatekas bis 16 Jahre im Non-Kontakt-System in Zweikämpfen gegenüber standen. Viel Präzision, Schnelligkeit und Kondition sind die Hauptmerkmale, die ein Wettkämpfer während 90 Sekunden in einen Kampf einbringen muss um die Vorteile beziehungsweise die Punktemehrheit der Schiedsrichter für einen Sieg auf seine Seite zu bringen.

Bei den Mädchen über 150 cm Körpergrösse versuchte Chantal Gauch und Jenny Hofer diese Vorteile möglichst viele Male auf ihre Seite zu holen, doch Hofer konnte ihre Stärken nicht ganz umsetzen und scheiterte leider in der ersten Runde. Gauch vermochte sich Kampf für Kampf durchzusetzen, doch der Halbfinaleinzug blieb ihr verwehrt, da sie gegen eine Engländerin und spätere Siegerin in dieser Kategorie knapp das Nachsehen hatte. Mit ihrem erreichten vierten Rang durfte sie aber in einem Teilnehmerfeld von insgesamt 28 Startenden durchwegs zufrieden sein, obwohl ihre eigenen Erwartungen sicherlich grösser waren.

Mit Sven Hofer und David Gauch durften zwei Wohler in der Kategorie Knaben bis 150 cm starten. Während dem Hofer nach seinem verlorenen Kampf bereits nach der erste Rund auf der Strecke blieb, vermochte sich Gauch in einem Teilnehmerfeld von 23 Karatekas auf eindrückliche Art bis in den Final vorkämpfen. Trotz seines Ehrgeizes musste er den ausgeglichenen Kampf und somit den Sieg nach Schiedsrichterentscheid seinem Kontrahenten überlassen. Über seinen  verdienten Silbermedaillen-Platz konnte es sich riesig freuen und beendete somit dieses Turnier mit zwei Podestplätze, je einer im Kata und im Klicker als bester Allrounder.

Keusch bester Schweizer

In einem grossen Teilnehmerfeld von 54 startenden Wettkämpfer in der Kategorie Knaben über 150 cm Körpergrösse konnten sich die sechs Wohler nicht ganz bis zur Spitze vorkämpfen. Leider hatten Abishek Veerasingam, Dimitrios Sarantidis und Trim Hasanaj bereits in der ersten Runde das Nachsehen und mussten den weiteren Verlauf in dieser Kategorie ihren Kontrahenten überlassen. In der zweiten Runde vermochte Lukas Brändli trotz grossem Einsatz dem späteren Finalteilnehmer nicht Paroli bieten und schied nach verlorenem Kampf aus. In der dritten Runde musste Linus Kühne gegen den späteren Sieger in dieser Kategorie antreten. Trotz gutem Kampfverhalten und grossem Einsatz konnte Kühne aber zu wenig Akzente setzen und musste dem Engländer den Sieg überlassen. Mit einer beherzten Serie von Kämpfen und somit mit diversen errungenen Siegen konnte  Raoul Keusch um den Halbfinaleinzug gegen einen Israeli kämpfen. Der Schwarzgurtträger vermochte in der Schnelligkeit und taktisch zu überzeugen womit er den beherzt kämpfenden Keusch besiegen konnte. Keusch, der nach diesem Kampf sichtlich enttäuscht war, konnte danach als bester Schweizer und somit über den erreichten tollen vierten Rang und seine Leistungen trotzdem stolz sein.

Mauley verletzt ausgeschieden

Als letzter Kämpfer des Karate-Club Wohlen stieg Beda Mauley in der Kategorie „Kyokushinkai“ in das Geschehen ein. Nach seinen ersten Erfahrungen im Dezember letzten Jahres bot sich Mauley eine weitere Gelegenheit sich in der Vollkontaktkategorie zu etablieren. Als leichtester Kämpfer in seiner Kategorie hatte er aber ein schwieriges Los zu bewältigen, doch mit seiner guten Einstellung stieg er motiviert in den ersten Kampf ein. Unglücklicherweise musste er sich aber infolge Schlageinwirkung seinem Kontrahenten in der ersten Runde vorzeitig geschlagen geben und konnte dadurch seinen kämpferischen Fähigkeiten im weiteren Verlauf dieses Turniers nicht mehr nachkommen. Infolge geringer Beteiligung konnte er sich schlussendlich trotzdem noch über die Trophäe des dritten Ranges freuen.

Die erbrachten Leistungen der jungen Wohler Karatekas sind auf Erfahrungen zurückzuführen, die sie sich durch regelmässige Turnierteilnahmen erarbeiten haben. Die beachtlichen Leistungen, welche in der Disziplin Kata erreicht wurden, lassen auf die kommende Kata-Schweizermeisterschaft vom Samstag, den 20. April in Wohlen aufhorchen und weisen auf ein vielversprechendes Turnier hin. Der Karate-Club Wohlen als Organisator, der bereits sein 40-Jahr-Jubiläum feiern kann, freut sich schon heute auf einen grossen Zuschaueraufmarsch und die breitgefächerte Wettkämpferunterstützung.