Olten

«Winter in Freudental» - Satire in der Klinik

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Am Samstagabend spielte die Theatergruppe der Stiftung Solodaris im vollbesetzten Schwagertheater, Olten, zum sechsten Mal unter der Regie von Tabea Wullimann auf. Das von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen und Mitarbeiterinnen gestaltete Theaterprojekt ist Teil der Aktionstage Psychische Gesundheit im Kanton Solothurn.

«Winter in Freudental» kam wie ein Roadmovie durch eine psychiatrische Klink daher. Die zügig gespielten Szenen zeigen die schräge Psychiaterin, Dr. Winter, welche ihre Patienten und eine freiwillig zur Kur eingetretene Poetin mit knappen Worten und viel Pillen kurieren möchte. Die Patienten lassen sich ihre Autonomie und den Humor nicht nehmen. Die Mal- und die Atemtherapeutin werden auf die Schippe genommen, die Rezepte der Psychiaterin werden nach eigenem Gusto verulkt. Nachts dringen sie von Hunger und Durst getrieben in die Küche ein, in der schon eine Horde Kakerlaken herumkriecht, bis die Kammerjägerin den Eindringlingen mit Gift den Garaus macht. Es kommt zur Tragödie, als der selbsternannte Dr. Sigi Freud ein Glas Insektengift trinkt, das in einem Kanister in der Küche stehen gelassen worden ist. Auf Anordnung des untersuchenden Polizisten und der Ärztin verwandelt sich die Klinik in ein Gefängnis. – Doch das hindert die eingefleischten Bewohner nicht, mit einem Dietrich auszubrechen, um eine wilde Nacht zu verbringen. Die Ausbrecher werden beim Sprayen auf frischer Tat ertappt und eingesperrt. Da zeigt Dr. Winter Herz und befiehlt dem Polizisten die Nachtschwärmer freizulassen. Die Videoüberwachung hatte nämlich gezeigt, dass Dr. Freud aus eigenem Verschulden umgekommen war. Die Spielleute begeisterten das Publikum mit ihren Talenten und vielen lustigen Pointen.

Das Stück wird am Sonntagnachmittag, 20. Oktober 2019, um 17 Uhr im Konzertsaal in Langendorf noch einmal aufgeführt. (Text und Bilder, SMK)

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