Wilder Rock bei Kerzenlicht

megaphone

Für einmal gab es in der Met-Bar eher ungewöhnlichen Sound: Statt Metal und Mittelalter spielten mit Macy und Spencer zwei Vertreter der Pop- und Wave-Rock-Szene in der gemütlichen Lokalität. Sie wurden vom Publikum dennoch begeistert aufgenommen.

Vor ihrem Auftritt in der Lenzburger Met-Bar am Freitag hatte die Band Macy etwas Bedenken: Würde ihr süffiger Pop in den Club passen, der schweizweit für seine Metal- und Mittelalter-Konzet bekannt ist? Doch ihre Freunde von der Badener Band Spencer, die dieses Jahr in der hiesigen Musikszene für einiges Aufsehen gesorgt haben und mit denen sie den Konzertabend bestritten, machten ihnen Mut. Und dass die beiden Gruppen bestens harmonieren, hatte sich vorletzte Woche bei ihrem gemeinsamen Auftritt im ausverkauften Vario-Clum in Olten gezeigt: Auch wenn Spencer viel rockiger, waviger und ungestümer sind als Macy, verbindet die Formationen ihre Liebe zu einprägsamen Melodien.
Die Angst von Macy sollte tatsächlich unbegründet sein. Bereits nach dem ersten Song applaudierte das Publikum in der zunächst noch spärlich gefüllten und mit Kerzen beleuchteten Met-Bar. Bald hatte die Band die Besucher ganz auf ihrer Seite. Ihr süffiger Pop-Sound füllte den Raum, und natürlich durfte der Ohrwurm „Passing Moments" aus ihrer kürzlich erschienenen Debüt-CD nicht fehlen. Das Stück hatte zuvor am Freitagmorgen zum siebten Mal den Radio-Argovia-Wettbewerb „Stargovia" gewonnen. Macy erhielten für ihren Auftritt grossen Applaus.
Wer oin der mittlerweile ansehnlich gefüllten Met-Bar bis zu dem Zeitpunkt auf einem der Barhocker oder zahlreichen Met-Fässer gesessen war, stand spätestens auf, als die ersten Akkorde von Spencer den Saal zum Beben brachten. Vom ersten Moment an tanzten und feierten die Besucher zu ihrem druckvollen, wuchtigen und gemein satten britisch gefärbten Rock, in dem Gothic, Indie und ein Schuss Punk anklingen. Die Band, die im Frühling ihr viel gelobtes zweites Album „Timewarp" veröffentlicht hat, ist seit Oktober beinahe im Wochenrhythmus in der Deutschschweiz unterwegs. Entsprechend gut eingespielt war das Trio.
Wie bei Macy sah man auch den Spencer-Jungs an, dass sie mit Spass und Leidenschaft Musik machen. Das Publikum genoss die witzigen Ansagen der Band und verlangte lautstark nach Zugaben. Dazu holten Spencer ihre Oltner Freunde nochmals auf die Bühne: Mit Macy-Sänger Cyril Mauderli als Gast sangen sie zum Ausklang des Abends einen neuen Song, der vom Publikum bereits nach wenigen Konzerten zum heimlichen Liebling gekürt wurde: den eingängigen, etwas an U2 gemahnenden Titel „Play Your Games". «Wir werden ihn sicher aufs nächste Album nehmen», versprach Bassist Milli. «Doch bisher fehlte uns bei all den Konzerten die Zeit, uns mit dem Projekt zu befassen». (uzi)

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