Leider wird im Aargau oft versucht das Baugesetz zu umgehen. Das Baugesetz besagt klar, dass der Grenzabstand zu Kantonsstrassen 6 Meter betragen soll.

Dieser Grenzabstand wurde aus Sicherheitsgründen definiert und um Kantonsstrassen bei Bedarf zu erweitern und für den Unterhalt.

Dass das nicht so ist, zeigt  jüngstes Beispiel aus Niederrohrdorf an der Oberrohrdorferstrasse wo neue Gebäude praktisch ohne Abstand an die Kantonsstrasse gebaut werden sollen.

Ein Rezept für Bauunternehmer, wie dies umgangen werden kann, ist ganz einfach. Man suche eine Parzelle, wo die Baulinie bis zur Strasse führt. Diese Baulinien sind eigentlich für Einfriedungen gedacht. Man plane bis an diese Baulinie, mache dann einen Gestaltungsplan mit dem Mitwirkungsverfahren, bei dem sich die entsprechenden Ausnahmebedingen ausbedungen werden können und lasse das von der Gemeinde und vom Kanton absegnen.

Beim Gestaltungsplan lässt, „je nach Wohngemeinde“ keine Änderungen von Einsprechern gelten. Bei den Bauausschreibungen bezieht man sich dann auf das vorausgehende Mitwirkungs- und Gestaltungsplanverfahren.

Die Baulinien, welche vielleicht aus den 50er oder 60er Jahren bestehen, wo die Strassen noch nicht geteert waren, wurden nicht nachgeführt. Das führt dann zu einer Verstädterung der Gemeinden, welche schlimmer sind als Stadtgebiete, wie Neu-Zürich-Oerlikon.

Interessant bei dem Fall in Niederrohrdorf ist, dass der Bauunternehmer schon für die Verbetonierung des Nachbardorfes Oberrohrdorf verantwortlich ist.

Dies ist sehr sehr augenfällig, wenn man von Mellingen-Heitersberg Richtung Fislisbach fährt und einen Blick Richtung Rohrdorferberg wagt.