Spannende Zahlen und Infos gab es in der neuen Runde der Energie-Apéros 2016/17 zum Thema "Energie aus Abfall – Potenziale nutzen". Wie aus Essenresten, Abwasser oder aus Bio-Rohgas wertvolle Energie entstehen kann, erklärten die drei Referenten den rund 170 Gästen, die ins Konnex auf dem GE-Gelände in Baden gekommen waren.

Wie immer begrüsste Martin Sennhauser, Regionalwerke AG Baden die Gäste und bedankte sich bei den Sponsoren. Einer davon, Gastgeber Roman Derungs, Mitglied der Geschäftsleitung GE Renewable (Schweiz) war persönlich vor Ort.

Abwasser vor und nach der Kläranlage

Dass Abwasser auf verschiedene Arten und an verschiedenen Orten, nämlich am Ort wo es entsteht, aber auch vor und nach der Abwasserreinigungsanlage (ARA) zu Energie verwertet werden kann, zeigte Andreas Hurni, Ryser Ingenieure AG. Schwerpunkt seiner Ausführungen war seine Studie für den Kanton Aargau an 30 ARA Standorten zum Potenzial der Energiegewinnung durch Abwasser. Zu jedem Standort wurde ein Nutzungsblatt mit Erkenntnissen und Empfehlungen erstellt. Die Schweiz sei hier führend auf dem Gebiet und das Potential für die Fernwärmenutzung aus dem Abwasser ist gross. So liefert die ARA in Aarau beispielsweise mit 6 MW Energie, was in etwa dem Energieverbrauch von rund 1000 Einfamilienhäusern entspricht.

Foodwaste - kein Problem?!

Spannende Zahlen lieferte Werner Humbel, Geschäftsleiter der Recycling AG. Am Betriebsstandort in Nesselnbach werden täglich 30 Tonnen Speiseabfall angeliefert. "Eine gigantische Menge", wie er sagt. Er ist aber stolz, dass er daraus für 5000 Haushalte Strom und für 2000 Hektaren Flüssigdünger produziert, aber auch der eigene Betrieb sowie das nahegelegene Altersheim beheizt und damit 1 Million Liter Heizöl eingespart werden. Dazu kommt die Aufbereitung von Fritieröl zu Biodiesel und der Weiterverkauf des Verpackungsmaterials der angelieferten Waren.

Von Bio-Rohgas zu Reingas

Jonas Hurter von der Regionalwerke AG Baden zeigte am repräsentativen Beispiel der ARA Laufäcker in Turgi, wie rasch und flexibel eine Gasaufbereitungsanlage entstehen kann. Dies dank dem modularen Containerbau für die Anlage sowie der Membrantechnologie, wodurch es auch für eine kleinere Anlage lohnenswert wird, sich damit auseinanderzusetzen. Rund 400 Anlagen gibt es in dieser Grössenordnung in der Schweiz. Das sehr reine CO2, das heute noch als Abfallprodukt entsteht, soll künftig ebenfalls genutzt werden.

Spannende Fragen und Diskussionen gab es auch beim anschliessenden Apéro, an welchem es keine Essenresten gab.

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