Wettingen

Wettinger Wald früher und heute

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Auf dem gut zweistündigen Rundgang vermittelte Förster Markus Byland den 100 Personen viel Interessantes über den Waldbau früher und heute unter Berücksichtigung des Klimawandels.

Vor dem eigentlichen Rundgang gewährte Emil Bosshard, Präsident der Ortsbürgerkommission, bei seiner Begrüssung den Anwesenden in die Organisation des Forstbetriebs und die aktuelle Situation im Bereich Weiterbildung des Personals und die wirtschaftliche Situation des Forstreviers. Zentrale Bedeutung in der Rechnung nimmt der Energieholzverkauf ein.

Klimawandel - Nutzen oder Schaden?

Früher war der Wald durch aufgeräumte, dichte Wälder geprägt. Brennholz wurde fein säuberlich aufgesammelt. Totholzbestände waren nicht anzutreffen. Die Nährstoffe wurden damit auch abtransportiert. Die Holzvorräte pro Hektare waren grösser und damit auch das darin vorhandene Kapital. Dieses hat heute angesichts der Preisentwicklung auf dem Holzmarkt und der lichteren Bestände abgenommen.

Heute werden die Waldbestände im sogenannten Dauerwald früher genutzt. Eine grosse Bedeutung hat in der Bewirtschaftung des Wettinger Waldes die Naturverjüngung und die Förderung der Zukunftsbäume. Solche werden nach sieben klaren Kriterien ausgesucht und im Wuchs gefördert, in dem ihnen mittels Durchforstungsarbeiten der nötige Raum zur Verfügung gestellt wird. Die Qualität des Holzes und damit das Kapital finden sich auf den unteren 10 m eines Baumes.

Der Klimawandel ist eine Tatsache. Langjähre Studien zeigen die Abweichungen von mittleren Temperaturkurven. Nach entsprechenden Prognosen werden wir im Jahr 2100 mit einer Steigerung der mittleren Sommertemperatur von rund 3 ° Celsius zu rechnen haben. Diesen Veränderungen passt sich die Natur automatisch an. Es wird zu Veränderungen in der Wuchsbedingungen für die Bäume kommen. So wird prognostiziert, dass die Buche in unserem Raum immer mehr zurückweichen wird. Dafür könnte die Traubeneiche vermehrt das Waldbild prägen. Neben klimatischen Einflüssen sind aber auch die Ausbreitung von nicht einheimischen Pflanzen (Neophyten), Krankheiten (Pilzbefall) oder Schädlingen (Borkenkäfer) Herausforderungen, der sich die Waldwirtschaft zu stellen hat.

Spezialholzerei mit Langseiltechnik

An einer letzten Arbeitsstation kamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Rundgangs noch in den Genuss einer Livedemonstration einer speziellen Holzertechnik, in der sich auch ein Wettinger Forstwart ausbilden liess. Lorenz Usteri, Neuenhof, demonstrierte Baumfällarbeiten mittels Langseiltechnik. Wenn der Baum wegen engen Platzverhältnissen nicht als Ganzes gefällt werden kann, ist dies eine effiziente Methode, in schonender Weise einen Baum aus einem Bestand entfernen zu können. Der Baum wird dabei Stück um Stück abgesägt und schonungsvoll für die Umgebung abgeseilt.

Im Anschluss an den Rundgang traf man sich zur traditionellen Zvieri mit Wurst und Getränk im Holzschopf Eigi.

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