Spreitenbach

Wenn Kinder Farben hören

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Die Kulturwoche der Schule Spreitenbach 2013 stellte einen der diesjährigen Höhepunkte der schulischen Veranstaltungen dar. Die Schülerinnen und Schülern aller Stufen kamen in den Genuss eines auf die jeweilige Altersgruppe abgestimmten Konzertes des Capriccio Barockorchesters aus dem Kanton Aargau. Möglich wurde das hochklassige Angebot durch die Unterstützung der kantonalen Fachstelle „Kultur macht Schule“, einen Etat aus dem „Kulturbatzen“ der Ortsbürgergemeinde, sowie durch die Zusammenarbeit mit der Reformierten Kirche Spreitenbach.

70 Erstklässler kraulen begeistert. Sie schwimmen entspannt oder lassen Töne von den Fingerspitzen rinnen. Schliesslich ist es ja „Bach“ in dem man paddelt. Auch der unruhigste Geist fokussiert sein Tun auf die Bewegung zur Musik. Diese klingt, so Violinistin und Projektverantwortliche Eva Noth, „eben für jeden andersfarbig“. So fassen auf Befragen der Musikerin Schülerinnen und Schüler auch ihre Empfindungen in Farben wenn das Spiel der barocken Töne für sie „silbrig“ oder auch „dunkelbraun“ klingt. Erzählt wird, für die Jüngsten, die Geschichte eines Bauernmädchens, welches verzaubert von den Klängen einer Flöte seit 300 Jahren in der Kirche gefangen ist.

Die Kinder begeben sich auf eine Zeitreise in die Welt der barocken Verzierungen welche Bekleidung, Bauten und Musik so opulent schmückten. Die kleine barocke Kirche in Spreitenbach bot die perfekte Kulisse für dieses musikalische Märchen. Wenn der Flötist mit Unterstützung des Orchesters nach der erlösenden Melodie in Form von alten Notenblättern kramt ist auch der letzte „laangweilig“ Sager unter den Schülern schon längst mit gespitzten Ohren dabei. Die Intention der barocken Komponisten ihre Stücke "con affecto" spielen zu lassen, also Gefühle und Stimmungen auszudrücken, gelingt dem Capriccio Barockorchester auch in der heutigen Zeit. Warum uns diese Musik so anspricht? Violinistin Anne-Sophie Mutter hat sich in einem Interview mit der Wochenzeitung „ die Zeit“ kürzlich dazu geäussert: „Wir wissen, es gibt eine gewisse Symmetrie, vor allem in der Barockmusik, die uns besonders beschwingt.“

So verliessen die Kinder dann auch dieses Konzert. Mehr kann eine solche Veranstaltung nicht erreichen. Sie berührte direkt das Kinderherz, Kopf und Hand und wird noch einige Zeit „nachschwingen“.

Bettina Meyer-Herms aus Spreitenbach

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