Böttstein (Kleindöttingen)

Wenn Frauen sich aufs Trotti trauen!

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Bei eher unsicheren Wetterbedingungen trafen sich am Dienstagmorgen 46 Frauen des Frauenbunds Kleindöttingen, um den alljährlichen Ausflug in Angriff zu nehmen. Dass ja das Wetter den Frauen eigentlich überhaupt nichts antun kann, das ist ja von vorneweg klar. So startete die Gruppe frischfröhlich mit dem PTT-Reisecar in Richtung Innerschweiz. Jolanda Glettig hat dieses Jahr die Reise organisiert und die Frauen wissentlich ins Ungewisse losziehen lassen. So waren alle gespannt, was wohl in der Innerschweiz auf die Gruppe wartete.

Zuerst gab es in Schenkon/LU bei Sursee einen Kaffeehalt, schliesslich sollten die Frauen bei guter Laune am nächsten Ziel ankommen. Und die Überraschung gelang Jolanda auf Anhieb: Von Schenkon gings nach Wolhusen ins Tropenhaus! Eine spannende und interessante Führung durch die tropische Landschaft unter einer Glaskuppel liess die drei wichtigsten Sinne (Tasten, Riechen und Sehen) genussvoll davon laben, von Curry-Pflanze bis Kakao-Staude gab es alles, was das Herz einer Gärtnerin begehrt! Nur: Blätter abreissen war verboten! Dem anschliessenden Halt beim Lädeli konnten die zufriedenen Frauen nicht widerstehen und erstanden den einen oder anderen tropischen Schatz.

Auch die Regentropfen beim Einsteigen in den Car für die Weiterfahrt trübte die Vorfreude auf das Kommende nicht. Jolanda verteilte nun ein Tagesprogramm und liess die Katze teilweise aus dem Sack. Alles wurde doch nicht verraten, aber das ahnten die Frauen noch nicht!

Von Wolhusen ging es nach Engelberg. Von Jolanda sind die Frauen gewöhnt, dass alles akribisch genau organisiert ist. Doch nun stand die Gruppe in der Halle der Bergbahn inmitten von asiatischen Touristen umringt und warteten auf das Weitere. Und Jolanda kam und kam nicht. Wo sie wohl geblieben war? Es stellte sich heraus, dass es für die Dame am Schalter etwas zu kompliziert war, für die anwesenden 46 Damen die Tickets (mit oder ohne Halbtax, mit GA und natürlich mit oder ohne Trottinett-Bergfahrt) herauszugeben. Dabei war alles genau abgesprochen, informiert, dokumentiert und organisiert worden! Schlussendlich durften die Damen an all den wartenden Touristen vorbei in die Zahnradbahn einsteigen und auf den Berg zur Gerschnialp fahren. Zwar war der Himmel weiterhin grau und verhangen, aber die Kühe auf der Weide störte das nicht, und die Frauen aus Kleindöttingen nahmen es eh gelassen und schritten mit knurrenden Mägen Richtung Café Ritz, wo das Mittagessen schon wartete.

Das Cordon Bleu mit Pommes und Gemüse mundete allen wunderbar bei einem Schlückchen Wein oder auch bei Wasser. Der Ausblick auf die Wiesen und der schmutzige Schnee an den Hängen liess ahnen, dass hier der Frühling noch keinen Schritt auf die Gerschnialp gewagt hatte. Den Damen verging die gute Laune nicht, wartete doch nach dem Essen eine spannende Trotti-Fahrt auf die Mutigen! Zur Information: Nicht nur die jüngeren Mitglieder wagten das Abenteuer! Mit Helm auf den edlen Häuptern rollten sie nach dem Gruppenfoto hinab ins Tal! Hui wie der Wind in den Ohren sauste! Das machte riesigen Spass, und alle wären am liebsten noch einmal hinaufgefahren, um das Erlebnis zu wiederholen!

Wieder in Engelberg durften die Frauen auf eigene Faust das Städtchen erkunden. Einige nahmen die Zeit für ein Dessert und Kaffee, andere begutachteten die Schaufenster, die leider teilweise geschlossen waren. Bei der Klosterschaukäserei wurde noch einmal kräftig in den Geldbeutel gelangt, um feinen Klosterkäse oder andere Artikel den Daheimgebliebenen heimzubringen. Dann schlug die Glocke 4x, und der Regen kam im richtigen Moment! Denn die Führung im Kloster stand nun auf dem Programm.

In einem schönen Saal von unendlich vielen Bildnissen von Äbten umringt mussten die Damen sich noch ein wenig gedulden, dann ging es mit 2 Führerinnen zackig durch die alten Klostergemäuer. Was es da nicht alles zu sehen und zu erfahren gab! Ist doch ein Mönchskloster für die Frauen eine fast so exotische Welt wie das Tropenhaus in Wolhusen! Und ganz zum Schluss lernten die Damen im Kapitelsaal, der eigentlich unter Klausur stand (Zutritt für das weibliche Geschlecht verboten) Bruder Thomas kennen, der seit sieben Jahren im der Bruderschaft lebte! Das war das letzte Geheimnis von Jolanda Glettig! Die Frauen scheuten sich nicht, den bärtigen Mann in schwarzer Kutte auszufragen, und er gab sich mit viel Humor die Mühe, die vielen Fragen zu beantworten!

Müde und zufrieden über den gelungenen Tag reisten die Frauen aus dem unteren Aaretal zurück in die heimischen Gefielde. Der Leser kann ahnen, dass die Rückreise um einiges stiller von Statten ging wie die Hinreise!

Vielen Dank an Jolanda Glettig, die die Frauenbundsreise mit einigen Höhepunkten wunderbar organisiert hat!

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