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„Welcher Vogel hat denn hier gebrütet?“

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Viele Fragen tauchten bei der Nistkasten-Reinigung des Natur- und Vogelschutzvereins Turgi am 24. November auf. Die elf Teilnehmenden, darunter drei Kinder, waren mit grossem Interesse und Einsatz bei ihrer Aufgabe und reinigten insgesamt 30 Nistkästen; in fast allen wurde in diesem Jahr gebrütet.

Claudio Puppis, Vorstandsmitglied des NVV, erklärte zuerst, was beim Aufhängen der Nistkästen beachtet werden muss: Sie müssen vor starker Sonneneinstrahlung und vor Regen geschützt sein, also in Richtung Süd-Osten aufgehängt werden. Ausserdem müssen sie ein freies Einflugloch haben, es darf kein Ast davor sein, ansonsten könnten die Vögel von Feinden angegriffen oder sogar gefressen werden.

Blaumeise, Tannenmeise, Kohlmeise, Feldsperling oder Kleiber?

Mit beinahe detektivischem Gespür machten sich die Teilnehmenden an die Bestimmung der Vogelnester. Der Durchmesser des Lochs am Nistkasten liess erste Schlussfolgerungen zu: Blaumeisen und Tannenmeisen als kleinste Vögel nisten in Kästen mit 26-28 mm Durchmesser, Kohlmeisen und Sperlinge in Kästen mit 30-32 mm Durchmesser, während Kleiber einen Durchmesser bis 47 mm brauchen. Weitere Schlussfolgerungen liessen sich aufgrund des Materials der Nester ziehen: So besteht das Nest der Blaumeise aus Moos, Haaren, Flechten, Fasern, und Federn, während sich im Nest der Tannenmeise neben Moos und Tierhaaren, auch Federn und Würzelchen finden.

Adrian Schoop, der frisch gewählte Gemeinderat, half bereits als Jugendlicher bei der Nistkasten-Reinigung mit. Für ihn war es eine gute Gelegenheit, sein Wissen aufzufrischen.

Die elfjährige Eline war jetzt das zweite Mal bei der Nistkasten-Reinigung dabei. „Jetzt kann ich schon aufgrund der Nester den Vogel bestimmen, der darin gebrütet hat,“ erzählt sie stolz. Sie nahm gerade drei Nester mit, um sie in der Schule ihrer Lehrerin und ihren Kollegen zu zeigen. „Wir haben nämlich gerade das Thema Wald,“ erklärt Eline, „schade, dass meine Kollegen heute keine Zeit hatten.“

Warum sind die kleinen Vögel gestorben?

Dies fragte der fünfjährige Yussif als er das Nest mit den sechs toten Blaumeisen sah. Leider sei dies eine traurige Realität, erklärte Claudio Puppis, wenn nämlich ein Elternteil der Jungvögel gestorben sei, könne das andere Elternteil nicht genügend Futter besorgen, um alle Vögel durchzubringen. Die Jungvögel könnten aber auch ein Opfer der Kälte geworden sein.

Der Vorstand des NVV Turgi bedankt sich bei allen Beteiligten für den Einsatz. „Gerne helfe ich im nächsten Jahr wieder mit, alles war so gut organisiert – vom Material bis zur Verpflegung,“ sagte ein Teilnehmer zum Abschied.

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