Die Lehrpersonen an der Schule Gansingen mussten sich das „verlängerte Wochenende" wirklich verdienen: WORLDDIDAC, die Warhol-Ausstellung und eine umfangreiche Weiterbildung im Kollegium forderten Schulleitungen und Lehrpersonen.

WORLDDIDAC - die internationale Bildungsmesse

Die Lehrpersonen und Schulleitungen besuchten in Basel am Mittwochmorgen die interessante Ausstellung. Während dreier Tage bildeten über 405 Aussteller aus 29 Ländern in der Messe Basel den gesamten Bildungsmarkt unter einem Dach ab. Rund 18 000 Fachbesucher konnten sich ein aktuelles Bild machen über innovative Lehrmittel für alle Bildungsstufen. Besonders erfreulich werteten die Veranstalter, dass der Anteil an internationalen Fachbesuchern gestiegen war, und die Qualifikation und die Entscheidungskompetenz hoch waren.
Die WORLDDIDAC Basel ist die zentrale Informations- und Weiterbildungsplattform für Lehrpersonen aller Schulstufen, Bildungspolitiker, Schulleiter und Entscheidungsträger. Einerseits ist sie die grösste Weiterbildungsveranstaltung für Lehrpersonen in der Schweiz, andererseits werden bemerkenswerte dreissig Prozent des Welthandels in der Bildungsindustrie an der WORLDDIDAC Basel umgesetzt.
Die 18'271 Fachbesucher an der WORLDDIDAC Basel 2010 bedeuten einen Rückgang der Besucherzahl um 6,8 Prozent gegenüber 2008. Während der Anteil an internationalen Fachbesuchern aus rund 60 Ländern auf 22% stieg, ging die Anzahl der Schweizer Lehrpersonen an der Messe zurück.
Neben der Ausstellung mit innovativen Lehrmitteln aus aller Welt gab es in Basel zahlreiche Foren, Podiumsgespräche, Seminare und Weiterbildungsworkshops.
Andy Warhol - Werdegang einer Ikone
Am Nachmittag verschoben die Lehrpersonen in Kunstmuseum Basel, um dort mittels einer gekonnten Führung einer Kunststudentin sich dem Schaffen von Andy Warhol zu nähern.
Nach einer erfolgreichen Karriere als Werbegrafiker entschloss sich Andy Warhol (geboren 1928) in den frühen 1960er Jahren zu einer freien künstlerischen Tätigkeit. Sein Fokus blieb die Welt des Konsums, der Medien und der Massenindustrie. Die Ausstellung im Kunstmuseum
Basel konzentriert sich auf die entscheidenden Anfangsjahre des Malers und Zeichners Andy Warhol von 1961-1964. Während dieser Jahre beschäftigte er sich mit einer grundlegenden Erneuerung des malerischen Ausdrucks. Bereits ab Mitte der 1960er Jahre öffnete er sein Werk medial in Richtung Factory-Betrieb, Musikgeschäft und Film.
In dieser kurzen Zeitspanne von vier Jahren leitete Andy Warhol eine bis heute folgenreiche Wende in der Kunstgeschichte ein. Schrittweise ersetzte er eine individuelle Bildsprache durch bereits mediatisiertes und damit kollektives Bildmaterial sowie mechanische Bildverfahren. Diese Entwicklung seines Werks wird in dieser Ausstellung anschaulich gemacht.
Spezifisch ausgewählte Werkgruppen demonstrieren seinen Umgang mit den Prinzipien von Wiederholung und Serialität, insbesondere seit er den Photo-Siebdruck für sich entdeckte - eine Technik, die ihm erlaubte, fotografische Vorlagen unmittelbar in grossformatige Gemälde zu transformieren.
Ergänzend wird Archivmaterial aus dem Nachlass Andy Warhols gezeigt, das Einblick in seine Atelierpraxis ermöglicht und über Warhols Bildquellen und technischen Vorgehensweisen Auskunft gibt. Unter anderem experimentierte Warhol auch mit damals populären 3-D-Verfahren.
Im Ganzen sind rund siebzig Gemälde und Zeichnungen zu sehen, neben wichtigen Werken aus dem Bestand des Kunstmuseums Basel Leihgaben aus Privatsammlungen und renommierten Museen.
Der Besuch war interessant, wenn sich auch verschiedene Lehrpersonen enttäuscht zeigten, denn die Frage stellte sich immer wieder, wo hört das Handwerk auf und die Kunst beginnt. Andy Warhol verstand es ausgezeichnet, mit den Medien zu spielen, und dies entsprechend zu instrumentalisieren. Er war sicherlich ein Meister in der Vermarktung, aber war das, was das Kollegium auch sehen wollte?
WM-Tipp-Spiel: Würdige Preise für würdige Sieger
Mit den Mannschaftsbussen des FCD Badens fuhren die Lehrpersonen dann nach Hause, derweil die Schulleitungen - zusammen mit den je acht Gewinnern der an den Schulen Fischbach-Göslikon und Gansingen durchgeführten WM-Tippspielen - nach Zürich an den Match Zürich-Luzern fuhren. Leider konnte die Stadionführung nicht durchgeführt werden, weil die Führerin sich am Morgen den Fuss verletzt hatte. So konnten sich die Teilnehmer länger verpflegen.
Dann ging es zum neu erstellten Stadion Letzigrund - zur neuen Perle Zürichs, zur neuen multifunktionalen Arena für Openair Konzerte, für das internationale Leichtathletik-Meeting Zürich, für den Fussball...
Die Besucher tauchten in eine für sie - meist fremde - Welt ein. Während des ganzen Matches gab es so viel zu sehen, dass das eigentliche Spiel oftmals in den Hintergrund rutschte. Jedenfalls war das ganze Drumherum mindestens so spannend wie die Bemühungen der Fussballer. Gleichzeitig schätzten viele die schafsinnigen Kommentare von Siegbert Jäckle, dem Schulleiter der Kreisschule Regio Laufenburg. Als Präsident des aufstrebenden FC Badens wusste er viele Insider-News, die er während des Spiels oder während der Pause gekonnt in das Gespräch einflocht.
QUES - Qualität entwickeln und sichern
Am Donnerstagnachmittag beschäftigten sich die Kindergarten- und Primarlehrpersonen mit der kollegialen Hospitation und der Intervision. Brigitta Schneider-Knell führte nach dem gemeinsamen Mittagessen im Kurgästehaus Höfli von Bad Zurzach durch das Programm.
QUES Aargau unterstützt die Schulen dabei, notwendige Entwicklungsschritte zu erkennen. Das Konzept der geleiteten Schule
im Kanton Aargau umfasst das Einrichten eines schulinternen Qualitätsmanagements. QUES Aargau beschreibt das dazugehörige Modell und wurde 2004 lanciert.

Seit 2008 wird das QM konkretisiert durch das Instrument „Bewertungsraster zum schulinternen Qualitätsmanagement". Es soll einerseits die Qualitätsansprüche und -erwartungen transparent machen und andererseits den Schulen bei der Standortbestimmung helfen.

Im Bereich „Individualfeedback" hatten die Lehrpersonen schon Partnerschaften gebildet, sich gegenseitig im Unterricht besucht, sich Rückmeldungen gegeben und eigentliche Beratungsgespräche geführt. Diese Rückmeldungen wurden jetzt reflektiert und neu aufgegleist. Das Verfahren der „Intervison" wurde anschliessend eingeführt und mittels Beispiele durchgespielt.
Die Intervision ist eine kollegiale Beratungsform, die in ihrem Anliegen der Supervision nahe ist. Im Unterschied zur Supervision wird die Intervision reihum geleitet: Ein Kollege bringt einen Fall ein, ein anderer leitet die Beratung. In der Regel ist das Vorgehen in der Beratung strikt in Phasen gegliedert.