Stein (AG)

Wasserlandschaften im Rhein

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Der dritte Tag zu Fluss: Auf dem Rhein von Waldshut nach Bad Säckingen, vorbei an drei Wehren, mit einem Zwischenhalt in Laufenburg.

Beat Röthlisbergers Reparatur der Schiffshaut ist erfolgreich: Heute dringt kein Wasser ins Boot. Jedenfalls nicht von unten: Als wir in Waldshut losfahren, tröpfelt der Himmel Ringe auf den Rhein und Stimmungsdämpfer auf uns. In kaum wahrnehmbarer Bewegung liegt der Strom vor dem Bug, eine breite Wasserbahn.

Weithin sichtbar pustet der Kühlturm des Kernkraftwerks Leibstadt Dampf in die Luft. Wir ziehen das Boot um das Stauwehr Albbruck-Dogern und informieren uns am Wegrand über das Umgehungsgewässer für Fische. Steinrampen, Kiesinseln und Kiesbänke sollen den Fischen helfen, den Oberlauf des Rheins wieder als Lebensraum zu erschliessen. Insbesondere – so die Info-Tafeln - dem Lachs. Was hat der Lachs an ökologischer Berechtigung, was andere Fische nicht haben?

Nach der Einmündung der Alb folgt eine längere, ruhige Fahrt. Die Wahrnehmung richtet sich nach innen: Paddelschlag links synchron mit dem Einatmen, Paddelschlag rechts synchron mit dem Ausatmen. Vor der Kulisse der Laufenburger Altstadt kommt heftige Bewegung ins Wasser: Strömungen, Gegenströmungen, Rippungen, Waagen, Strudel, Wirbel, Wasserpilze.

Wir treffen den Schriftsteller Christian Haller zum Mittagessen. Über die Brücke, die das schweizerische und das deutsche Laufenburg verbindet, gehen wir in ein griechisches Restaurant. Mit Blick auf den Rhein erzählt uns Christian Haller, dass bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts hier ein Wasserfall toste. Mit dem Bau des Kraftwerks Laufenburg versank er im Rückstau. Auf dem Rückweg bleiben wir auf der Brücke stehen und betrachten an der Statue des Heiligen Nepomuk vorbei ein letztes Mal die Wasserlandschaften, die Haller in seinem Roman „Der seltsame Fremde“ so plastisch beschrieben hat.

Nach Umgehung des Kraftwerks Laufenburg benutzen wir den Schrägaufzug, um das Boot ins tief gelegene Unterwasser zu bringen. Regenwolken und Gegenwind lassen uns an Fischerhäuschen und Bunkern vorbei zum Etappenziel eilen. Als wir das Boot beim Kraftwerk Säckingen aus dem Wasser ziehen, beginnt es kräftig zu regnen.

Laut Wetterprognose ist das nur ein kleiner Vorgeschmack auf morgen…

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