97 Prozent aller 12- bis 19-Jährigen haben Zugang zum Internet. Am Medienkurs der Swisscom in Zufikon erfuhren die Realschüler diese Woche, wo Gefahren lauern und wie man sich davor schützen kann.

«Think before you post», sagt Jürg Schmid. Die Schüler der 1. Real von Zufikon staunen nicht schlecht, als ihnen der Medienexperte der Swisscom aufzeigt, welche Folgen unvorsichtiges Chatten haben kann. Ein Jugendlicher veröffentlichte in seinem Facebook-Profil ausgelassene Partybilder. Sein künftiger Lehrmeister habe ihm darauf die vertraglich zugesicherte Lehrstelle gekündigt. Anderes Beispiel: Eine Schülerin, die für einen Jungen ihrer Klasse schwärmte, schickte ihm auf seinen Wunsch Nacktfotos und stellte am nächsten Tag entsetzt fest, dass er die Bilder in seinem Umkreis verbreitet hat. Schmids Rat: «Stellt euch vor, ihr tragt ein weisses T-Shirt mit all euren Postings, die ihr je gemacht habt. Würdet ihr euch damit bei eurem zukünftigen Arbeitgeber vorstellen gehen?» Schweigen.

«Internet bietet auch Chancen»
Wer sich im weltweiten Netz sicher bewegen will, dürfe auf keinen Fall die Handynummer oder andere persönliche Details preisgeben, sagte Jürg Schmid weiter. «Denn was mal online ist, bringt man nicht mehr weg.» Wichtig sei auch, im Facebook nur Freunde anzunehmen, die man persönlich kennt. Zudem sollen nicht alle Daten allen Usern zugänglich gemacht werden. Dafür gebe es einfache Zugriffsbeschränkungen. Das Internet biete aber nicht nur Gefahren, sondern auch zahlreiche Chancen. Schmid: «Über Facebook ist es möglich, mit Kollegen abzumachen oder sich mit entfernten Ange­hörigen auszutauschen.» Beliebt ist das Videoportal Youtube. Nicht nur zum Musikhören. Es kann auch von Lehrpersonen «gewinnbringend» eingesetzt werden, zum Beispiel um Lernenden den Satz des Pythagoras zu erläutern.

Nachhaltige Medienkurse
Nastassja (13) ist selber Facebook- und Instagram-Userin. Nach dem Medienkurs war sie beeindruckt: «Ich habe mir nie so genau überlegt, wer was von mir sehen darf. Da alles irgendwo gespeichert ist, werde ich in Zukunft sicher vorsichtiger sein.» Dario (12) tummelt sich mehrheitlich in What’s app, und das bis zu zwei Stunden pro Tag. Als suchtgefährdet sieht er sich deswegen aber nicht. «In meiner Freizeit treffe ich mich viel mit Kollegen, spiele Fussball und seit kurzem auch Unihockey.»

von Daniel Schwab