Meisterschwanden

Was heisst Pommes frites auf Französisch?

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Nach einem ersten Gruppenbild vor dem Car verabschieden sich die 33 Jugendlichen von ihren Eltern. Schnell sucht man sich einen „Bestplatz“ aus und richtet sich gemütlich ein. Bis auf zehn Plätze ist das Fahrzeug voll besetzt. Begehrt sind eher die hinteren Sitze, für die vier Begleitpersonen werden die vorderen Plätze freigehalten.

Kurz vor der französischen Grenze begrüsst uns Sigi Wagner. Schon vor zwei Jahren führte uns der freundliche Chauffeur sicher durch Frankreich.

„Wisst ihr eigentlich, weshalb dieser Car ganz in Blau gehalten ist?“, wirft Herr Wagner  in die Runde.

Nach langem Rätselraten erfährt man, dass der FC Zürich regelmässig mit UNSEREM Car an die Spiele fuhr. Das lässt die Herzen einiger Jungs höher schlagen.

Beim Zwischenhalt an einer Raststätte stürmen die Jugendlichen die Theke. Die Frage einer Schülerin nach dem französischen Ausdruck für „Pommes frites“ entlockt uns ein Schmunzeln.

„Was heisst es denn auf Deutsch?“, entgegnet die Lehrperson. „Aha, jo“, lacht nun auch die Schülerin.

Als wir dann nach 18 Uhr St Claude de Diray erreichen, regnet es in Strömen. Bei einem Apéro werden die Jugendlichen ihren Gastfamilien zugeteilt. So richtig wohl mag es in diesem Moment niemandem gewesen sein: Was erwartet mich? In welches Haus werde ich gebracht? In welchem Bett werde ich schlafen? Kann ich mich mit meinen Französischkenntnissen ausdrücken?

Am nächsten Morgen dann die grosse Erleichterung.

„Sie, das ist ja gar nicht so schlimm. Ich wohne in einem riesigen Haus. Ich habe eine Gastschwester und einen Gastbruder – die sind sehr nett. Auch die Gasteltern sind freundlich. Und die Verständigung war gar nicht so schwierig.“

Fast alle Jugendlichen sind sehr zufrieden, und auch die Anfangsschwierigkeiten eines Jungen legen sich nach der zweiten Nacht. Und am Schluss zeigen sich restlos alle begeistert von ihren Familien, und wieder fliessen beim Abschied die Tränen.

Wie schnell doch die Woche vergangen ist. Für einige ist das Futuroscop der Höhepunkt der Woche, andere schwärmen vom Erlebnisbad und wieder andere finden den Zoo Beauval am schönsten.

Treffpunkt ist jeweils acht Uhr auf dem „place de huit mai“. Auch hier drückt sich die Gastfreundschaft unserer Freunde aus: Alle werden mit dem Auto gebracht – auch wenn man den Platz in kurzer Zeit hätte zu Fuss erreichen können.

„Sie, Frau Baumgartner, was heisst eigentlich „Accessoire“?, fragt mich eines Morgens eine Schülerin.

„Das gleiche wie auf Deutsch“, entgegne ich.

„Ich weiss, und ich habe auch immer alle Ketteli, meinen Schal und auch die Ohrringe dabei. Trotzdem sagt meine Gastmutter jeden Morgen <à ce soir>!“  Das Gelächter ist bei allen gross, als ich dieses Missverständnis aufkläre. Und wieder hat man etwas dazugelernt J

Die Schüler/-innen kennen nun viele neue Ausdrücke: Le maître pêcheur ist der Eisvogel, le qoquelicot ist unser Klatschmohn, l’écureuil heisst das Eichhörnchen und die Taube le pigeon. Auch „vomir“ kennen nun die Jugendlichen dank einer bedauernswerten Schülerin: Es ist das Verb für erbrechen.

Der Abschied fällt einigen sehr schwer, und auch dieses Jahr fliessen wieder die Tränen. Einen Trost hat man aber: Im August wird man sich wiedersehen. Denn dann besuchen uns viele der neugewonnen Freunde in der Schweiz. Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren. Falls jemand Interesse hat, einen dieser jungen Menschen für eine Woche bei sich aufzunehmen, darf er sich gerne bei uns melden. Die Gäste werden jeden Tag unterwegs und nur über die Nacht bei den Gasteltern sein. Zum Abschiedsbrunch werden alle eingeladen sein. Die Jumlage findet statt von Sonntag, 26.  oder Montag, 27. August 2012 bis Samstag, 1. September 2012. Kontaktperson ist Fränzi Baumgartner, 056 667 16 03.

Wir hoffen, dass diese Woche dann ebenso erfolgreich verlaufen wird wie die eben im schönen Departement Loir et Cher erlebte. Eines ist sicher: Auch dieses Mal sind alle begeistert von der Jumelage.

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