Laupersdorf

Was haben Jagdgewehr und Gemsbock in einem Kinderwagen zu suchen?

megaphoneLeserbeitrag aus LaupersdorfLaupersdorf
Foto von Katrin Brunner

Die Theatergruppe des Turnvereins KTV Laupersdorf spielte das Lustspiel "Uf de Gämselialp"

Foto von Katrin Brunner

Irgendwo in unserer hohen Alpenwelt befindet sich ein wunderschönes Flecklein Erde, die Gämselialp. Ein Ort voller Stille und Verlassenheit, könnte man glauben. Aber gerade hier, wo der Menschen wenige sind, hat noch jeder Zeit für den anderen. Keiner bleibt unbeobachtet und versinkt in der Masse, obwohl den Einen das Letztere lieber wäre. Das Lustspiel in zwei Akten "Uf de Gämselialp" von Josef Brun zeigt auf, dass ein eigenwilliges, aber lustiges Völklein in dieser Gegend haust. So  Seppli, der Gämselijäger, ein Wilderer (dargestellt von Adrian Dummermuth), der das Jagdgewehr mehr als seine Freundin Bethli (Melanie Fluri) liebt, der unnachgiebige Wildhüter Wendel (André Uebelhart), der Vater von Bethli, die resolute Alpsennin Annegreth (Claudia Müller), die ihrem Mann Bänz (Fredy Ackermann) zeigt, wo es lang geht, und eine etwas merkwürdige Frau, das Kräuterfraueli Trini (Andrea Bläsi), die für jedes Wehwehchen ein pflanzliches Mittelchen hat. Auf einmal tauchen unvermittelt zwei Touristen auf, Susi (Anett Müller) und Waldi (Fabian Sommer), die sich in Stöckelschuhen beziehungsweise Sandalen auf der Alp verirren. Die Besetzung der Rollen  wurde vom Regisseur Hugo Marti sehr gut gewählt. Alle acht Darstellerinnen und Darsteller, es waren dieselben wie bei der Theateraufführung des KTV Laupersdorf vor zwei Jahren, überzeugten mit ihrer Gestik und Mimik und der Sprache vollends in ihren Rollen. Die Verantwortliche für die Requisiten, Anett Müller, hatte auf jedes kleinste Detail geachtet. Bänz und Annegreth leben mit ihren Geissen und dem Neffen Sepp auf der Alp. Sepp hat nur Augen für die Gämsen, nicht aber für seine hübsche Freundin Bethli und er wird wütend, weil er statt des erspähten Gämsbock den Geissbock von Bänz erschossen hat. Der traurige Bänz wird vom Kräuterfraueli Trini getröstet und sie bringt ihm ihren alten, blinden Geissbock als Ersatz. Zu allem Überdruss tauchen auch noch zwei Touristen auf, zwei schräge und komische Vögel, die überall ihren Abfall liegen lassen und schlussendlich am Berg noch von Bänz aus ihrer misslichen Lage gerettet werden müssen.

Zu Beginn des zweiten Aktes hat Sepp das Wildern aufgegeben, er hat Bethli geheiratet und ist Vater eines Sohnes geworden. Doch die Idylle ist trügerisch. Es fällt auf, dass Bänz mit dem leeren Kinderwagen umherfährt. Dieser Kinderwagen wird als Tarnung des Jagdgewehrs missbraucht und es wird gar ein erlegter Gämsbock darin transportiert. Doch Sepp und Bänz machen die Rechnung ohne Trini, dem Kräuterfraueli und dem Wildhüter. Das Publikum konnte an diesem Abend viel lachen, sind doch die Verstrickungen der kauzigen Leute auf der Alp sehr amüsant.

Rudolf Schnyder

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