Etwa 30 Männer im Alter zwischen 65 und 89 Jahren, mit Rucksäcken, Sonnenbrillen, Käppi und teils mit Wanderstöcken begrüssten sich am Mittwochmorgen auf dem Perron zum Gleis 3 im Bahnhof Aarau. Die alljährliche ganztägige Wanderreise der Senioren-Wandergruppe Erlinsbach AG stand an. Ganz zuhinterst im Zug durften wir einsteigen und wie üblich waren die reservierten Plätze zu einem grossen Teil schon besetzt. Die erste Etappe führte uns nach Zürich, wo wir in den Zug nach Chur umsteigen mussten. Dieses Manöver war  problemlos, da wir genügend Zeit hatten. Von hier an profitierten wir von der Reservation und wir fühlten uns erstmals als richtige Gruppe. In Chur wechselten wir das Gefährt. Wir stiegen in einen Extrakurs der Postauto AG
und liessen uns direkt nach Flims-Waldhaus chauffieren. Bei der Post angekommen schlenderten wir zum Restaurant Cappuccino. Dort gab es Kaffee und Gipfeli, weitere Informationen über den Tagesablauf und ein paar lustige Bemerkungen über den Service in diesem Lokal. Jede Kaffeetasse auf einem separaten Tablett aus weisser Keramik, jedes Gipfeli in einem eigenen Schälchen. Etwas übertrieben
fanden wir.
Dann war Aufbruch. Um Viertel vor elf begab sich der grösste Teil auf die Wanderung um den Caumasee und zur  Aussichtsplattform «Il Spyr» hoch über der Rheinschlucht. Imposant ist die Plattform, aber sensationell ist der Blick in die Tiefe. Nachdem alle ihr Staunen zum Ausdruck gebracht hatten gings direkt ins Restaurant Conn. 3 nicht wandertüchtige bestiegen bei der Post die Kutsche und liessen sich nach
Conn fahren. Eine gemütliche Fahrt durch den auf dem Bergsturzgebiet gewachsenen, wunderschönen Gebirgswald mit bis zu 50 m hohen Tannen und Fichten, moosbewachsenen Steinsgebilden mit Höhlen und Kuppen. Ein Märchenwald.
Zum Mittagessen waren dann wieder alle versammelt und genossen erst einmal eine kühle Erfrischung. Es folgten Salat, Braten und Spätzli. Es schmeckte gut, auch wenn die Küche eine halbe Stunde im Rückstand war. Für einen Kaffee reichte die
Zeit noch, ehe die ersten 8 den Rückweg mit der Kutsche unter die Räder nahmen, während die übrigen zu Fuss zurück nach Waldhaus wanderten. Wir trafen uns bei der Post, wo uns wieder ein Extra-Postauto abholte und nach Chur zum Bahnhof
brachte. Im Zug hatten wir wunderbar Platz und zu unserer Überraschung brachte der Kellner noch einige Becher mit Kaffee vorbei. Nicht gratis, aber aussergewöhnlich. Es war ein Zug der Deutschen Bahn.
In Zürich erwachten einige aus ihrem Dösen und beim Umsteigen war es wie schon am Vormittag: Die reservierten Sitzplätze waren teils besetzt. Dazu kam noch, dass
der Zug ein technisches Problem hatte und die Sprecherin ungeduldigen empfahl, den Zug auf dem Nebengleis zu nehmen, weil dieser eventuell eher fahre. So kam es auch in unseren Reihen zu einem «Stöhrfall», weil Heinz den Zug wechselte. Als
beide Züge parallel nebeneinander herfuhren, konnten wir Heinz winken und hoffen, dass er auch noch nach Hause komme. Nun war das natürlich Gesprächsthema Nr .1 und es stellte sich die Frage, ob die Gruppe in Aarau auf das verloren gegangene Schaf warten soll oder nicht. Fazit:Es kamen alle nach Hause, einfach nicht zur gleichen Zeit.
Es war eine schöne Reise und der Dank an die Organisatoren ist hoch verdient.

Kari Windisch