Wallfahrt nach Lourdes

Der Lourdespilgerverein Freiamt war an der 113. Interdiözesanen Lourdeswallfahrt der Deutschen und Rätoromanischen Schweiz vom Samstag, 25. April bis 1. Mai dabei.

Noch stand die 113 Lourdeswallfahrt 2009 im Zeichen des Jubiläums 2008. Vor 130 Jahren, am 16 April 1879 starb Bernadette in Nevers. Aus diesem Anlass lud uns Msgr. Jacques Perrier Bischof von Tarbes und Lourdes ein, innerlich auf den Spuren von Bernadette zu wandeln und sich persönlich von Christus ergreifen zu lassen.

Jedes Jahr begleitet uns ein Bischof aus der deutschen Schweiz. Bischof Markus Büchel, Bischof von St. Gallen, hat uns in diesem Jahr begleitet. Seine Begleiter waren Abt Marian Eleganti aus dem Kloster St. Otmarsberg in Uznach, ca. 25 Priester. Die Geistliche Leitung der ganzen Wallfahrt lag in den Händen vom neuen Pilgerdirektor Pfarrer Urs Steiner aus Zug. Im Pflegedienst war Sr. Cecilia Allensbach und im Technischen Dienst Erich Rüst zuständig.

2300 Pilgerinnen und Pilger fuhren mit einem Tageszug und 2 Nachtzügen mit den kranken Pilgern in das Städtchen Lourdes in Südwesten von Frankreich. Pünktlich nach Fahrplan waren alle drei Züge in Lourdes eingetroffen. Nach dem Zimmerbezug im Laufe des Morgens, hatten viele Pilger das Verlangen, an der Grotte die Muttergottes zu begrüssen. Jedes Jahr zieht der Wallfahrtsort Lourdes Tausende aus der Schweiz und Millionen von Pilgern aus der ganzen Welt an, denn Lourdes ist seit der Erscheinung der Gottesmutter der Bernadette im Jahre 1858 ein Ort der Hoffnung und Erfüllung. Gesunde, leicht aber auch schwerkranke Menschen besuchen den Gnaden-Ort oft mehrere Male. Ja, die alljährliche Reise gehört bei vielen zur festen Jahresplanung.

Am Sonntagnachmittag versammelte sich die ganze Wallfahrtsgruppe. Mit 26 Vereinsfahnen, der verschiedenen Lourdespilgervereine zum Einzug in die
Plusbasilika, eine der Grössten Kirche der Welt, sie fast 25000 Pilger. Um 14 30 Uhr begrüsste uns Bischof Markus Büchel den Eröffnungsgottesdienst ganz Herzlich.

Nach seiner Begrüssung kam er in der Predigt auf das Thema der diesjährigen Wallfahrt, "Der Weg der Bernadette", zu sprechen. Die Eucharistiefeier für Gesunde und Kranke an der Grotte vor der Gottesmutter, unter freiem Himmel war imposant und Kraft spendend. Trotz leichtem Regen verliessen wir den Ort mit Hoffnung und neuer Kraft. Durch das Sakrament der Krankensalbung stärkt der Herr in seinem reichen Erbarmen. Mit diesen Worten spricht Jesus durch den Priester den Kranken seine Stärkung und Begleitung zu.

Am Internationalen Gottesdienst in der Piusbasilika versammelten sich ca. 20'000 Pilgerinnen und Pilger, darunter ca. 3000 Kinder. Immer wieder vermag dieser Gottesdienst zum Ausdruck zu bringen, was Kirche ist. Pilgerinnen und Pilger aus der ganzen Welt scharen sich um den einen Herrn, den auferstandenen Herrn. Sie loben und preisen ihn, damit er sie heim führe zum Vater. Vielleicht ist es gerade dieses Gefühl der Einheit, der Zusammengehörigkeit der brennenden Herzen, was die Gläubigen in Lourdes anrührt. Auch die täglichen Sakramenten und Lichterprozession am Abend sind in Lourdes nicht wegzudenken, Maria hat ja der Bernadette gesagt, sie solle hier eine Kirche bauen und in Prozessionen hierher kommen. Nicht wegzudenken ist auch der Chor, der die Gottesdienste musikalisch umrahmt.
Der Chor bildet sich immer aus den Reihen der Pilgerinnen und Pilgern.

Der letzte Tag der Wallfahrt ist immer mit Freude, Hoffnung, neuer Kraft verbunden. In Lourdes haben wir an den Prozessionen teilgenommen, dem Symbol der Kirche auf dem Weg. Wir haben eine grosse Gebetsgemeinschaft gebildet. Nun kehren wir wieder zurück in unsere Kirchgemeinden, keine leichte Aufgabe.

Nur das Demütige Gebet in der Gemeinschaft, Rosenkranzgebete, Andachten können helfen. Betrachten wir die Geschichte von Bernadette nicht als ein Märchen. Das Mädchen, das weder lesen noch schreiben konnte, bringt es fertig, das seit 150 Jahren eine halbe Milliarde Pilger nach Lourdes kommen, um Gott zu danken, ihn zu loben und zu preisen.

Text und Fotos Bruno Schibli

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