Münchwilen (AG)

Waldbereisung in Münchwilen

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Bei der Waldbereisung schauen alle gespannt der Demonstration des Baggers zu

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Bei der Waldbereisung schauen alle gespannt der Demonstration des Baggers zu

Die Gemeinde Münchwilen hat alle Einwohnerinnen und Einwohner, so wie alle Waldbesitzer zur diesjährigen Waldbereisung eingeladen. Unter  der fachkundigen Leitung von Förster Stefan Landolt wurde der Nachmit- tag sehr abwechslungsreich und interessant gestaltet. Es bot sich auch für Neuzuzüger die Gelegenheit, die Bevölkerung und Umgebung kennen zu lernen.   Bei der Friedenslinde wurden alle Anwesenden durch den Gemeinderat herzlich begrüsst. Der weitere Verlauf lag in den Händen des Förters Stefan Landolt, der auch seinerseits die Interessierten willkommen hiess. Er verstand es, die Auf -  merksamkeit von Beginn an auf sich zu richten. Es ist für ihn ein eigentliches Phänomen, wie selten es in den letzten 20 Jahren bei einer Waldbereisung reg- nete. Münchwilen liegt da offensichtlich im guten Trend mit dabei. Die Reise zu Fuss versprach Wissenswertes zu erfahren und Gemütlichkeit. Der Förster vom Thiersteinberg wünschte, aufkommende Fragen gleich zu stellen. Homor- volle Bemerkungen wechselten mit durchaus ernstzunehmenden Aussagen ab. So müssen Plakate von Holzschlägen, die über die Wege hängen, ernst genom- men werden. Sie gelten wie andere Verbote auch. Die dahinter liegende Gefahr wird oft unterschätzt. Auf die Frage „Warum fallen Bäume hier im Wald und nicht im Tale um ?“ konnte Stefan Landolt mit den Windverhältnissen, aufkom- menden Wirbel und Bodenbeschaffenheit erklären. Stämme von 40 –50 m Höhe werden zu Zündhölzern. Je nach Grösse können sie während des Sturzes in ein- nem Domino - Effekt andere Bäume mitreissen. Nutzungen und Ernten aus den Wäldern wäre direkt ideal in Bezug auf den geplanten Atomausstieg. Probleme sind unter anderem jedoch die sinkenden Preise und der grosse Aufwand für Ge- meinden, die Schnitzelheizungen wollen. In Zürich und Basel bestehen solche  Einrichtungen als Fernwärmeanlagen.Sonst ist noch zu wenig Bedarf vorhanden. Betreffend der Menge an nachwachsendem Holz wurde ein Supervergleich beschrieben: Im Durchschnitt wächst jede Sekunde ein Klotz in der Grösse von 4,8 mal 4,8 cm ! Potenzial ist also vorhanden. Die Nutzung muss die Zukunft aufzeigen und bringen. Probleme entstehen aber andererseits auch durch verschiedene Käfer und Pilze. Bei den Käfern ist es entscheidend, wie kräftig ein Baum ist, denn er ist ein sogenannter Sekundärschädling. Wie anstrengend und gefährlich Waldarbeit sein kann, wurde bei der Demonstration allen bewusst. Hoch konzentriert muss der Bagger mit eingebauter Säge bedient werden. Der vorbereitete Schauplatz wurde wie zu einer Arena, woran auch die Kinder ihren Plausch hatten. Die Wucht, mit der ein Baum zu Boden aufprallt, ist sehr beeindruckend. Der Baggerführer bediente seine Greiffarme sehr schwungsvoll und elegant. Er sortierte die Stämme und das Restholz vonein- ander. Die zehnjährige Maschine ist vielleicht deshalb noch namenslos, weil sie „nur“ gemietet wird: Ein gutes System, wie Stefan Landolt überzeugend sagte. Oben bei der Feuerstelle angekommen, waren sich alle einig, das war ein sehr interessanter Nachmittag. Beim gemütlichen Hock konnte der wertvolle Austau- sch von Wissen und Plaudern weiter gepflegt werden. Die Kinder liebten das  Spielen im Walde, den Bagger, die Wurst, die Getränke und den Nussgipfel.   

Kurt Kopp, Münchwilen

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