Vortrag in Baden: Prävention - und Rolle des Umfeldes

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Kaufmännischer Verband Aargau Ost organiserte zweiten Vortrag

Etwa 35 Personen folgten der Einladung des Kaufmännischen Verbandes Aargau Ost zum Vortrag zu diesem besonders aktuellen Thema. In der Begrüssung machte der Präsident Marcel Huggenberger darauf aufmerksam, dass der KV Aargau Ost besonders aufgrund der äusserst positiven Rück¬meldungen des Burnout-Vortrages vom Vorjahr diesen zweiten Vortrag von Hrn. Dr. Heim organisierte und alljährlich eine öffentliche Veranstaltung zu einem berufsbezogenen Thema vorgesehen sei.
Der Referent, Dr. med. Rolf Victor Heim (Leiter der Psychotherapie am Institut für Arbeitsmedizin ifa in Baden) erklärte anhand guter Praxisbeispielen wie ein Burnout entstehen kann. Er zeigte deutlich auf, dass bei einer Überlastung der Zeitausgleich beispielsweise zu Lasten des Hobbys, der Familie, der sozialen Kontakte oder der Ruhezeit geht, also die Work-Life-Balance nicht mehr ausgleicht. Der Prozess, welcher schlussendlich zu einem Burnout führen kann, ist schleichend. Zudem sind davon oft genau diejenigen Leute betroffen, welche als ideale Angestellte gelten. Also Personen, welche hohe Anforderungen an sich selbst stellen und zum Perfektionismus neigen. Verhaltensweisen aus der Urzeit der Menschheit, gesteuert vom limbischen System tragen noch einiges dazu bei. Die Ursachen von Misserfolgen suchen gefährdete Personen bei sich selbst und prophezeien negative Resultate. Das Resultat kann daraufhin eine Selbstentwertung sein, der Betroffene fühlt sich ohnmächtig etwas zu ändern, wird zunehmend nervöser, unzufriedener und eventuell zynisch. Es entsteht oft ein Teufelskreis, aus welchem ein Betroffener ohne fremde Hilfe nicht mehr herauskommen kann. Das Umfeld kann oft den schleichenden Prozess nur sehr schwer erkennen oder die Zeichen werden schlecht gedeutet. Sind die Zeichen der schleichend zunehmenden physischen und mentalen Erschöpfung zu erkennen, wie vermehrte Nervosität, Zukunftsangst, Entscheidungsunfähigkeit, Unzufriedenheit usw., so ist es wichtig, einem Betroffenen aufzuzeigen, dass er seine Work-Life-Balance zum Aufladen seiner Batterien ins Lot bringen sollte. In vielen Fällen kann ein Betroffener ohne fremde Hilfe den Teufelskreis nicht durchbrechen.
Herr Dr. Heim verstand es auch ausserordentlich gut, zu veranschaulichen, wie ein Burnout aus Sicht des Umfelds möglicherweise vermieden werden kann. Zu jedem Teilgebiet seines Vortrages hatte Herr Dr. Heim das Publikum einbezogen und es konnten jederzeit Fragen gestellt werden, was auch rege in Anspruch genommen worden ist. Die zwei Entspannungsübungen zeigten uns allen auch auf, wie mit wenig zeitlichem Aufwand oft vieles erreicht wird.
Beim anschliessenden vom Kaufmännischen Verband Aargau Ost spendierten Apero mit reichlichen Häppchen und ausreichender Tranksame wurde rege diskutiert und Herr Dr. Heim stand noch für private Fragen zur Verfügung.

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