Der Reformierte Frauenverein Schönenwerd lud am vergangenen Dienstag zu einem Filmnachmittag ein. Andrina Schneller, die Nichte des bekannten Dokumentarfilmers Christian Frei, zeigte einen halbstündigen Film mit dem Titel «Untertag», den sie im Rahmen ihres Studiums an der Hochschule der Künste in Zürich produziert hat. Der Film vermittelte einen Ausschnit aus der Wirtschaftsgeschichte unseres Landes, welcher für die meisten der 25 anwesenden Frauen und Männer neu war. Er berichtete über den Kohlenabbau im Bergwerk Riedhof in Aeugst am Albis. Dort wurde schon 17686 bis 1814 und dann wieder 1917 bis 1921 und 1941 bis 1946 Braunkohle abgebaut. Diese Kohle war vor allem während des Zweiten Weltkriegs ein begehrte Rohstoff, als die Lieferung von Steinkohle aus Deutschland nicht gesichert war. Der Film zeigte in Interviews mit Zeitzeugen, die danals im Bergwerk arbeiteten, die Arbeitsbedingungen im Bergwerksbetrieb. Während der Förderzeit wurden bis zu 300 Arbeiter beschäftigt, von ihnen ein grosser Teil sogenannte Internierte, die aus ihren Heimatländern Polen und Russland den Bergbau besser kannten als die Schweizer Arbeiter. Die Arbeit in den Stollen war hart. An der vrodersten Front der Flöze musste liegend gearbeitet werden, um mit dem Schlaghammer oder Pickel die Kohle abzubauen. Dabei handelte es sich nicht um Kohle erster Qualität, denn der Brennwert lag beträchtlich unter demjenigen der Steinkohle. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Förderung von Kohle in diesem Werk dann eingestellt. Der Film war sehr informativ und kurzweilig gestaltet, was der Autorin auch einen Preis einbrachte.