Im Gegensatz zu früheren Turnfahrten fiel der sportliche Teil dieses Jahr bescheiden aus: Noch so gerne tauschten manche Turnerinnen und Turner das Velo gegen zahlreiche andere Verkehrsmittel ein: Unterwegs war die Gruppe dieses Jahr vielmehr mit Trottinett, Rodel und Sessellift. Was gleich blieb wie in den Vorjahren war die Ungewissheit: Einzig die Packliste liess einige Vorahnungen aufs Programm zu; der Rest war Überraschung.

Die erste Überraschung war die Sonne: Niemand rechnete damit, dass diese schon bald nach der Abfahrt im regnerischen Beinwil in einer lauschigen Gartenwirtschaft genossen werden konnte. Stefan ‚Zadi‘ Hintermann – der schon so manche Turnfahrt organisiert hatte – führte die Gruppe nach Adelboden. Auf dem höchsten Punkt des Skigebiets schnappten sich alle ein Trottinett und von da an wurde jede Piste des Skigebiets erkundet. Selbstredend waren die schwarzen Pisten besonders hoch im Kurs. Wobei sich diejenigen mit einem Restaurant fast ebenso grosser Beliebtheit erfreuten.

Übernachtet haben die Turnerinnen und Turner luxuriös in der modernen Jugendherberge von Interlaken. Vor dem Abendessen genossen alle den ausgiebigen Apéro. Hier kam die Frage auf, woher das „li“ im Fleischplättli eigentlich stammt.

Die Nacht endete mal früher, mal später (in diesem Fall bei einem Barbesuch in „Adiletten“).

Der Morgen war nichts für schwache Nerven: Die Rodelbahn auf der Interlaker Heimwehfluh verlangte einiges an Mut – zumal nicht alle Bremsen gleichermassen gut in Betrieb waren.

Im Untergrund
Ruhiger ging es zu und her als die Beinwiler auf das letzte exotische Verkehrsmittel umstiegen: den Tunnel-Bus des Lötschberg Basistunnels, der sie weit unter den Boden führte. Mit viel Bewunderung und einiges an Ehrfurcht lernten die Turner, dass der eigentliche Tunnel nur ein bescheidener Teil der ganzen komplexen Anlage ist. Sie liessen sich das Rettungskonzept erklären, besichtigten den Lösch- und Rettungszug und warteten gespannt bis am Sichtfenster ein Intercity mit 200 km/h vorbeidonnerte.

Mit etwas weniger Geschwindigkeit und PS, aber mit wunderbaren Eindrücken eines erlebnisreichen Wochenendes kamen die Seetaler am Sonntagabend zurück nach Beinwil. Was dann noch blieb war wieder mal etwas Sport: die „Resten-Essen und Regeneration-Turnstunde“ am darauffolgenden Dienstag.

Nicole Künzli