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Von Koblenz nach Chiasso

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Achenbergtreffen der FDP.Die Liberalen Bezirk Zurzach

(ef) Die Bezirkspartei der FDP.Die Liberalen laden jährlich zu einem dreiteiligen Anlass mit Sport, Genuss und einer Brise Politik auf den Achenberg ein. Von verschiedenen Orten wird zum Tagungsort ge-wandert. Dort angekommen, gibt es, bevor im Tagungslokal ein poli-tisches Thema behandelt wird, einen heissen Punch. Nach dem Re-ferat erwartet die Teilnehmenden ein währschafter Brunch. Am letz-ten Sonntag, 17. Januar war es wieder soweit. Als Gastreferent konnte Nationalrat Therry Burkart verpflichtet werden. Unter dem Ti-tel „Von Koblenz nach Chiasso“ sprach er über die Verkehrspolitik, kommunal, kantonal und national.

Für den Nationalrat ein bekannter Ort Für Gastreferent, Nationalrat Therry Burkart, war der Tagungsort nicht unbekannt, besuchte er doch das Achenbergtreffen in den vergangenen Jahren regelmässig. Bezirksparteipräsidentin Claudia Hauser freute sich bei der Begrüssung denn auch, dass er als Nationalrat der Bezirkspartei weiterhin die Ehre erweise. Nationalrat Burkart berichtete vorerst über seine ersten Eindrücke als Nationalrat bevor er sich dem Hauptthema der Tagung zu wandte. Im Mittelpunkt seiner Ausführungen standen das Projekt „OASE“ sowie die Gotthard-Vorlage vom 28. Februar. Zur Sprache kam auch der Zollübergang Koblenz.

OASE mit direkten Auswirkungen

Das Projekt OASE (Ostargauer-Strassen-Entwicklung) hat, nach den Ausführungen des Referenten zum Ziel, Baden und Brugg vom Durchgangsverkehr zu entlasten und das Untere Aaretal besser an das Nationalstrassennetz anzubinden. Weiter sagte Burkart: Das Projekt ersetzt die ursprüngliche Idee mit dem Baldeggtunnel. Zwar kostet OASE nahezu gleich viel wie der Baldeggtunnel, aber mit dem Unterschied, dass mit OASE die Ziele erreicht werden. Zurzeit befin-det sich das Projekt in der Planungsphase. Von über hundert Varianten wurden vier zur Weiterbearbeitung ausgewählt, zwei für Baden und zwei für Brugg. Diese haben auch bereits Eingang im Richtplan gefunden. In den nächsten 1 – 2 Jahren geht es nun darum, die Planung zu verfeinern und dem Grossen Rat eine Vorlage zu unterbrei-ten. Die Finanzierung erfolgt aus der Strassenkasse. Wichtig für den ehemaligen Grossrat ist, dass der Grosse Rat nicht der Versuchung unterliegt, einen Griff in diese Kasse zu machen, um damit allgemeine Staatsaufgaben zu finanzieren.

A1 ist die Hauptschlagader!

Mit OASE ist die Einbindung in die das Autobahnnetz noch nicht gelöst sagte Burkart und kam damit auf das Thema A1. Der Abschnitt zwischen Rothrist und Spreitenbach ist bereits heute stark frequentiert und sehr oft überbelastet. Burkart bezeichnete diesen Abschnitt als Hauptschlagader und für den Aargau von zentraler Bedeutung. Der Bund hat zwar einen Ausbau eingeplant, aber erst für 2040. Trotz eingereichter Standesinitiative, den Ausbau vorzuziehen, hat er wenig Hoffnung, dass der Bund einlenken wird.

Aargau leidet bei einem Gotthard-Nein

Mit Fakten legte Thierry Burkart dar, was eine dreijährige Schliessung des Gottharttunnels für Auswirkungen hätte. 900‘000 LKW und 5‘000‘000 PW passieren heute pro Jahr den Tunnel. Mit der Verlade-lösung können mit der Bahn maximal 600‘000 LKW und 4 Millionen PW transportiert werden. Die restlichen suchen sich einen Weg ir-gendwo durch, wobei dieser Weg fast gezwungenermaßen meist auch noch über die bereits überbeanspruchte A1 führen wird. Hinzu kommt, dass die 20 Fussballfelder grossen Verladestationen, nach-dem Uri diese nicht will, möglicherweise auch noch in den Aargau (Oberrüti, Hendschikon, Birrfeld) kommen. Endlose Einsprachen werden den Bau der für die Verladelösung notwendigen Anlagen um Jahre wenn nicht Jahrzehnte verzögern, mahnte Burkart. Die Sanierung würde damit über Jahre verzögert. Dies können und dürfen wir uns nicht leisten! Für Nationalrat Burkart ist der Bau einer zweiten Röhre nachhaltiger und durch die gewonnene Sicherheit auch klüger. Deshalb plädiert er am 28. Februar auch unbedingt für ein Ja.

Keine neue Transitachse

In der anschliessenden Diskussion wurde das Thema Zollübergang Koblenz heiss diskutiert. Burkart bestätigte, dass das Projekt OASE den Zollübergang Koblenz nicht mit ein schliesst. Ziel sei ja, das Aaretal besser an das nationale Strassennetz anzuschliessen und nicht, eine neue Transitachse vom Süddeutschen Raum durch das Aaretal an die A1 zu erstellen. Ein Teilnehmer legte im Detail dar, weshalb Koblenz für den grossen Warenverkehr am falschen Ort stehe. Für den grossen Warenverkehr (nicht Einkaufstourismus) stehe Basel, Thyangen und allenfalls der für den Warenverkehr stillgelegte Zollübergang Stein-Säckingen zur Verfügung. In der Diskussion angesprochen wurden aber nicht nur der Zollübergang, sondern auch Themen wie Verflüssigung des Verkehrs auf Autobahnen durch die bessere Nutzung der rechten Spur - Verbot zum Rechtsüberholen - dynamisch Geschwindigkeitssignalisation - Tropfenzählersystem oder Verkehrsführung durch intelligente, selbstfahrende Fahrzeugsysteme.

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