Unter diesem Titel war zum letzten Energie Apero der Saison 2014/15 in das Hauptgebäude der IBAarau eingeladen worden. Das Thema lockte an die 140 Gäste an. Im Mittelpunkt der drei sehr praxisnahen Referate stand neben der Energiestrategie des Bundes,  die energetische Modernisierung von Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern und worauf der Bauherr speziell achten sollte.

Brunhilde Mauthe

Hans-Kaspar Scherrer, Vorsitzender der Geschäftsleitung IBAarau durfte an die 140 Gäste und drei Referenten zum Energie Apéro begrüssen. Der erste Referent, Michel Müller, Ernst Basler + Partner sowie Dozent an der ETH, bezog das Publikum gleich zu Beginn weg mit konkreten Fragen auf die er eingehen würde ein: Brauchen wir die Energiestrategie 2050? Wird es weh tun? Sind wir auf Zielkurs bzw. schaffen wir es? Die letzte Frage zweifelten die meisten an. Einig war man sich dass es kein Spaziergang werde. Müller ging dann auf die Gebäudeeffizienz ein, wo wir hin wollen und wie wir dorthin kommen. Er betonte, dass jede Modernisierung heute unter dem Aspekt der energetischen Erneuerung angesehen werden müssen, da sonst eine Chance vergeben werde.

Um praktische Beispiele zu strategischen Sanierungen ging es bei Werner Setz von Setz Architektur Rupperswil. Er betonte die Wichtigkeit vor einer Sanierung, sich zuerst klar zu werde,n was man langfristig erreichen will. Ist die Strategie einmal klar gesetzt wird auch der richtige Investitionsentscheid gefällt und nicht nur „Pflästerlistrategie“ betrieben. Eine weitere wichtige Regel lautet bei Setz: zuerst die Gebäudehülle dann die Gebäudetechnik renovieren. Mit drei Beispielen von Sanierungen aus dem Aargau demonstrierte er wie man mit der richtigen Sanierung zu Energieüberschüssen gelangen kann, die es beispielsweise erlauben mit einem Elektromobil bis zu anderthalbmal um die Welt zu fahren!

Emil Franov, Carbontech AG, beschrieb die eigens vorgenommene Sanierung der unter Denkmalschutz stehenden Mühle Sissach, die aus dem 13. Jahrhundert stammt. Als Eigentümer lag es ihm und seiner Frau am Herzen mit guter Handwerkskunst eine Renovation für die nächsten (mehreren) hundert Jahre zu tätigen. Lange suchte er für einen optimalen und dem Denkmalschutz gerecht werdenden Dämmputz. Eine Potenzialmessung hatte ergeben, dass er mit der Renovation der Aussenwände am meisten Energie einsparen könne. Fündig wurde er nach langem Suchen bei der EMPA (Eidg. Materialprüfungs- und Forschungsanstalt), wo er mit einem neuen Material 2012 nach einem Pilotversuch alle Aussenwände verputzte.

Anschliessend an die Vorträge folgte eine rege Diskussion, die beim Apero weitergeführt werden durfte.