Der Natur- und Vogelschutzverein öffnete am letzten Donnerstag Abend die Augen fürs Kleine. Zusammen mit Martin, Ruedi und Ida Bigler vom Hof Sunnezyt besuchten rund 20 Teilnehmer verschiedene Kleinstrukturen rund um den Hof.

„Hochstämmer, Steinhaufen und Brachen sind wichtige Lebensräume für allerlei Tiere“, betonte Thomas Burkard, Co-Präsident des Natur- und Vogelschutzvereins Wohlen. „Aber auch einzelne Bäume, ob jung oder alt, bieten Unterschlupf und Nahrung“. Dabei liess er es sich auch nicht nehmen, anlässlich des 40 jährigen Vereinsbestehens diverse Orte zu zeigen, an denen der Verein selber aktiv war.

Da wäre zum Beispiel die Hochstamm-Obstbaum-Kultur, welche fleissige Helfer zusammen mit der Familie Bigler vor sieben Jahren gepflanzt haben. Die Bäume tragen bereits Früchte und bieten einen Kontrast zur daneben stehenden, modernen Niederstammkultur. „Die heutige Art des Obstbaus ist einfacher, da wir für die Ernte nicht mehr auf Leitern steigen müssen“, erklärte Martin Bigler. „Zudem können die Bäume enger gepflanzt werden. Ein Hochstämmer ist dagegen schon etwas sehr Schönes.“

Dass bei den Biglers nicht nur der Profit im Vordergrund steht, beweisen auch vier eindrückliche Bäume. Da wäre einerseits eine grosse Sommerlinde am Wegrand, ein starker Nussbaum und zwei Kastanienbäume. „Der ältere wächst nachweislich seit mindestens 200 Jahren hier“, war Ruedi Bigler sichtlich stolz. “Vor mehreren Jahrzehnten haben wir in seiner Nähe extra noch einen zweiten gepflanzt.“

Die Biglers zeigten neben ihren Naturwerten aber auch, wie intensivere Kulturen bewirtschaftet werden müssen. Aber auch da dringt immer wieder ein gesundes Augenmass durch. Wie zum Beispiel beim Sonnenblumenfeld. „Die Pflanze ist anspruchslos und sehr resistent. Deshalb müssen wir weder viel Spritzen noch andere Massnahmen gegen Fressfeinde ergreifen“, erklärte Martin Bigler.

Besondere Kleinstrukturen sind Steinhaufen. Der Natur- und Vogelschutzverein klaubte vor einigen Jahren in mühsamer Kleinarbeit Steine aus dem Feld. Diese schichteten sie am Waldrand auf, wo nun Eidechsen, Frösche, Kröten und verschiedene Insekten eine Heimat finden. Die grösste Gefahr für diese Haufen geht von der Natur selbst aus, wie Thomas Burkard betonte: „Die Haufen werden innert zwei bis drei Jahre von verschiedenen Pflanzen überwuchert. Damit verlieren sie ihre Funktion, weshalb diese Gewächse wieder entfernt werden müssen.“ Kleinstrukturen aufrecht zu erhalten, benötige einen ständigen Einsatz. „Einmal erstellen und dann nichts mehr machen, geht nicht“, so Burkard. Dem Natur- und Vogelschutzverein Wohlen, wird die Arbeit in den nächsten Jahren also nicht ausgehen.