Kölliken
Musikgesellschaft mit kulturellen Farbtupfern; Ein neues Präsidium, zwei neue Kantonale Veteranen, drei brillante Jungmusikanten

«Das Auge hört mit», müssen sich die Verantwortlichen der MG Kölliken gesagt haben: Programmheft, Tischdekoration, Notenständer, Bühnendekoration, Hintergrund der Fotocollagen mit dem Jahresrückblick, alles zeigte dieselben Farbkleckser zusammen mit Notenschlüsseln und Musiknoten. Damit brachte die MGK optisch Farbe ins Spiel. Bunt war dann auch das Konzertprogramm. «Jetzt folgt das Genre eins, zwei, drei, eins, zwei, drei, ...», kündigte Moderator Raphael Dobmann den Walzer «Waldzauber» an, nachdem das Konzert mit dem Volksmusiktitel «All's was bruchsch uf der Welt» eröffnet worden war.

«Gopfried Schtuzz, so habe ich dieses Stück noch nie gehört», meinte ein begeisterter Besucher aus dem Kanton Wallis, als er den Ohrwurm «Kiosk» von Polo Hofer gehört hatte.

2 x 25 Jahre Musizieren - Lui Huber und Carolina Ammann, Kantonale Veteranen des Aargauischen Musikverbands AMV

Die Laudatio nahm der abtretende MGK-Präsident Matthias Zeltner vor. Lui Huber sei viele Jahre mit dem Euphonium neben ihm gesessen und er habe viel von ihm gelernt. Seit dem Wechsel auf den Es-Bass höre man Lui nun aus der hintersten Reihe. Der Jubilar zeichne seit Jahren für die reichhaltige Tombola am Jahreskonzert verantwortlich.

Carolina Ammann sei bereits 1985, also bereits vor 33 Jahren als Ehrendame am Kantonalen Musiktag in Kölliken Teil der MGK gewesen. Acht Jahre später sei sie dann Aktivmitglied geworden. Der Entscheid über die Wahl ihres Instruments sei nicht leicht gewesen. Das Cornet sei ihr zu laut gewesen und beim Es-Horn habe zwar die Form des Instruments gestimmt, aber es sei ihr zu klein gewesen. Es hätte gleich das grösste Instrument sein müssen, der B-Bass. Und so sei Ammann seit 25 Jahren bei der MGK für die tiefen Töne verantwortlich.

Stabübergabe an das Dreierpräsidium

Zeltner übergab als letzte Amtshandlung dem neu gewählten Präsidium mit Jacqueline Erismann, Johann Foltrauer und Carolina Ammann symbolisch die Kontrolle über das Probelokal. Er überreichte den drei Musikantinnen einen riesigen Schlüssel. «Die MGK hat eine 100-prozentige Frauenquote im Präsidium und eine 80-prozentige Frauenquote im Vorstand. Die MGK ist der Wirtschaft und der Politik bei der Forderung nach mehr Frauen in Führungspositionen weit voraus», scherzte Zeltner dabei.

Fortsetzung fand das Konzert mit «Patrizia» («Patricia Cha Cha»). Damit landete der «King of the Mambo», Pérez Prado, vor 60 Jahren auf dem ersten Platz der US-Charts. Prado hätte bestimmt Freude gehabt an der Interpretation seiner Komposition durch die Kölliker Dorfmusik mit ihrem «King», Ehrendirigent Hansjörg Ammann.

Drei Jungmusikanten mit viel Talent und Potential

Nach der Pause folgte der grosse Auftritt der Jungmusikanten. Annamaria Gamp und Noé Maibach bewiesen ihr musikalisches Können mit dem Cornet und der Trompete, begleitet von ihrem Musiklehrer Hansjörg Ammann an der Trompete bzw. am Elektropiano. Es hätte ein Schallpegel-Messgerät gebraucht für den Entscheid, ob dann schliesslich doch der elfjärige Newcomer Lars Oeschger den lautesten Applaus erhielt. Routiniert spielte er «Gibt Acht» und «Kalinka» und zeigte dabei kein bisschen Lampenfieber, obwohl er erstmals vor 300 Zuhörern auftrat. Gamp und Maibach blieben gleich auf der Bühne und spielten den ganzen zweiten Teil im Korps der MGK mit.

Mit «It's my Life», wofür die US-Rockband Bon Jovi in vielen Ländern Platin- und Gold-Auszeichnungen erhielt und in die Hitparade einiger Länder stürmte, begann der rockig-popige Konzertteil. Der Songtext enthält auch die Phrase «It's now or never». «Jetzt oder nie», sagten sich wohl vor allem das junge Publikum, das «It's my Life» skandierte und damit eine Zugabe verlangte. Emotionen löste die MGK dann auch mit der Blasmusik-Version der Ballade «Can't Help Falling in Love» von King Elvis, wie auch mit «SOS» und «Lay All Your Love On Me» von ABBA aus.

«See You Later in der Kaffeestube», scherzte Moderator Dobmann, «vorerst geniessen Sie aber 'See You Later, Alligator'». Die MGK wurde nach diesem Stück mit heftigem Applaus zu einem weiteren «Da Capo» aufgefordert und gab dann noch «Easy Gloryland» und den Kölliker Marsch als Zugaben zum Besten.