Bei der Verkehrssicherheit bleibt der Kanton Aargau ein Sonderfall: Der Regierungsrat hat das Gesuch der Stadt Baden abgelehnt, an einer Kantonsstrasse einen fixen Radarkasten aufzustellen. Es wäre der erste "Blechpolizist" im Aargau gewesen.

Man sehe "keine Grundlage für eine Bewilligung einer stationären automatischen Verkehrsüberwachungsanlage", teilte der Regierungsrat am Freitag mit. Für den fixen Radarkasten beim Knoten "Gstühl" sei gemäss kantonalem Baugesetz der "schlichte Gemeingebrauch der Kantonsstrasse nicht gegeben".

Die vom Stadtrat Baden in einer Beschwerde geforderte Verkehrskontrollanlage bedingt gemäss Regierungsrat "weiter neu zu installierende Geräte, was ebenfalls dem Prinzip des schlichten Gemeingebrauchs widerspricht".

Im übrigen sei der Knoten "Gstühl" nach schweizweit gültiger Methodik des Bundesamts für Strassen nicht als Unfallschwerpunkt bekannt. Auch könne nicht von einer überdurchschnittlichen Missachtung des Rotlichts beim Knoten gesprochen werden.

Damit bleibt der Regierungsrat - mit Rückendeckung des Parlaments - seiner Praxis treu. Im Aargau, einem Kanton mit hoher Autodichte und vielen Autobahnen, trotzt kein einziger "Blechpolizist" Wind und Regen, um Verkehrssünder zu überführen.

Bereits Ende der 1990er Jahren diskutierten die aargauischen Politiker "über ortsfeste, automatische Geschwindigkeitsradargeräte" (Info). Der Grosse Rat lehnte es 2004 knapp ab, die Regierung die Hausaufgabe zu geben, die Einführung von "Blechpolizisten" zu prüfen. Im vergangen Jahr bestätigte eine Mehrheit im Parlament diesen Kurs.