Gutgelaunt machten wir uns am Samstagmorgen auf in Richtung Süden. Die Wetteraussichten für die Alpennordseite versprachen nichts Gutes, in den Bergen musste mit dem ersten Schneefall gerechnet werden. Doch von etwas kühleren Temperaturen und einem verhangenem Himmel liessen wir uns die Laune nicht verderben.

So ging es munter mit unserer Car-Chauffeuse Erika los Richtung Tessin. Noch war es ungewiss, ob wir die geplante Fahrt über den Gotthardpass auch unter die Räder nehmen konnten, der Schnee schien uns einen Strich durch die Rechnung zu machen. Und wie so oft hatte es vor dem Gotthard auch etwas Stau und über dem Gotthard lag Schnee und Nebel. So entschieden unsere Präsidentin und kompetente Reiseführerin Madlen Berger zusammen mit der Chauffeuse Erika, den Kaffeehalt spontan in Wassen zu machen und den Weg durch die Röhre zu nehmen.

Nach der wohlverdienten Kaffeepause gings also weiter Richtung Tessin. Wie wohl das Wetter dort sein würde? Die Sonnenstube der Schweiz schien uns wohlgesinnt zu sein, kein Regen und je weiter südlich wir kamen, desto schöner wurde das Wetter.

Das Mittagessen war in Cevio, dem Hauptort des Valle Maggia geplant. Pünktlich trafen wir ein und wurden vom zuvorkommenden Personal des Ristorante della Posta herzlich begrüsst. Und das Essen mundete denn auch ausgezeichnet, feine Tessiner Küche, frisch und mit Liebe zubereitet.

Nach Kaffee und Eis blieb noch Zeit für einen kurzen Spaziergang durch den Ort und ein Stöbern in einem Laden mit einheimischen Produkten und Erzeugnissen.

Weiter fuhren wir ins Tal hinein und gelangten schliesslich ins Val Bavona, einem Seitental vom Valle Maggia. Die Sonne lachte in der Zwischenzeit vom Himmel, die Temperaturen waren herrlich warm. So packten die einen oder anderen die Gelegenheit beim Schopf und wanderten von Sabbione her nach Foroglio. Die anderen liessen sich gerne von Erika chauffieren und spazierten dann in Foroglio durchs Dörfchen und zum Wasserfall.

Im urchigen Grotto la Froda trafen wir wieder zusammen und liessen es uns nicht nehmen, anschliessend in der kleinen Kapelle ein Laudate erklingen zu lassen.

In der Zwischenzeit ist auch unser Ehrenmitglied Marie Bucher zu uns gestossen und verbrachte den Rest der Reise gemeinsam mit uns.

Lauter zufriedene Gesichter und fröhlich plaudernde Kirchenchörler machten sich auf um in Locarno im Hotel die Zimmer zu beziehen. Vor dem Nachtessen blieb wenig Zeit für einen kleinen Stadtbummel, aber nach dem Abendessen, zu dem wir auch P. Benedit begrüssen durften, bildeten sich Grüppchen, die durch das abendliche Locarno bummelten. Gerade ruhig gelegen war das Hotel nicht, die Tessiner genossen den lauen Spätsommerabend bis in die frühen Morgenstunden, was manch einem den Schlaf raubte.

Nichts desto trotz erschienen alle gutgelaunt zum Frühstück. Die Pläne für den Tag sahen nicht bei allen gleich aus. Die einen wollten mit dem Schiff nach Canobbio auf den Markt, die anderen freuten sich auf die luftige Höhe. Alle kamen auf ihre Kosten. Der Markt in Canobbio verlockte zu Schnäppchen, die Berggänger wurden auf Cardada und Cimetta mit einer beispielslosen Weit- und Rundsicht belohnt.

Die Rückfahrt in heimatliche Gefilde verlief ruhiger als die Hinfahrt, manch einer gönnte sich ein Nickerchen. Und wir merkten bald, dass wir nicht die einzigen Heimkehrer waren, der Stau lehrte uns in Geduld.

Nach einem Zobighalt in Flüelen, wo wir wiederum ausgezeichnet speisten, freuten wir uns auf Boswil und unser Zuhause.

Schön, wieder einmal eine zweitägige Reise unternommen zu haben. Die Organisation durch Madlen Berger klappte vorzüglich und unsere Chauffeuse fuhr uns ruhig und gekonnt durch alle Strassen und Gassen. Schön, dass auch die Gemütlichkeit und das Beisammensein ausgiebig gepflegt werden konnte. Mancher Schwatz und manch tiefsinniges Gespräch fand statt, es wurde herzhaft gelacht und auch besinnlich genossen. Kurz, es war eine rundum gelungene Reise. Herzlichen Dank. sf