Dem Regionalzug entstiegen 24 Reisefreudige in Stein am Rhein. Das Tagesziel, das historische Städtchen zu besuchen, war bei allen Teilnehmenden mit Vorrang eingeplant. Niemand wollte einige Stationen zuvor aussteigen um ins Paradies zu gelangen. (Ambiente am Rhein bei Schlatt)

Die Gruppe liess auf dem Spaziergang  zur Altstadt mit Freude alle Augenpaare über die Untersee- und Rheinufer-Landschaft und höher hinauf über die kleinstädtische Siedlung bis zur Burg Hohenklingen empor schweifen. Wahrlich ein Genuss beim  sonnigen Herbsttag!

Im Zentrum vom Städtli angekommen, vermochte die Kaffeepause im romantisch ausgestalteten Bistro vom Krippenmuseum die gesellige Stimmung zu steigern, aber auch dieses Haus für einen späteren Besuch vorzumerken.

Danach wurden wir im Klostermuseum St. Georgen zur Führung erwartet. Das ehemalige Benediktinerkloster liess die Besuchenden staunen und wertschätzen was die Anlage an baulichen und kulturhistorischen Schätzen inne hat. Der Rundgang führte mit aufschlussreichen Informationen durch Winter- und Sommerrefektorium, Kapitelsaal, spätmittelalterlichem Kreuzgang und den Klostergärten zu den ehemaligen Wohnzellen der Mönche und den privaten Räumen der Aebte.

Der Blick vom Innenhof hinauf zum 65 Meter hohen  Kirchturm wirkte besonders imposant und wurde  mit der Geschichte vom früheren, ortsansässigen Dachdeckermeister ausgeschmückt. Noch vor wenigen Jahrzehnten hatte der Handwerker jeweils die maroden Holzschindeln am Turm ohne Gerüst, angeseilt wie ein Bergsteiger, ersetzt. Um die Zuschauer in Bann zu halten beeindruckte er als Akrobat mit einem Handstand auf einer Zinne oder in aufrechter Haltung mit einem winkendem Handgruss von der Spitze.

Um unsere Hühnerhaut nicht lange zu spüren  führte der Rundgang weiter zu den Höhepunkten in die Prälatur. Reiche Ausstattung an Täfer- und Schnitzwerken und viele Wandgemälde zeugen vom Leben der letzten Mönche vor der Reformation. Für uns als Besucher aus dem Aargau war auch die Darstellung eines spätmittelalterlichen Jahrmarkts beim Ort Zurzach besonders aufgefallen.

Auch die Legende vom heiligen Georg durfte nicht fehlen. Er rettete die durch Losung ausgesetzte Königstochter vom brutalen Drachenschlund und durfte dann als Happyend die schöne Jungfrau heiraten.

Nach diesem überraschend aussagekräftigen Rundgang lockerte sich die Reisegruppe in Grüppchen auf um das Städtli näher kennen zu lernen. An Sehenswertem fehlt es hier wahrlich nicht. Zu guter Letzt begegneten sich fast alle im selben Gartenrestaurant am Wasser, wo Gemütlichkeit und Kulinarisches die Blicke zum Rhein verstärken oder versüssen liessen.

Zur Heimreise versammelte man sich wieder beim Bahnhof um noch kurz vor dem Abendverkehr in Würenlos anzukommen. Der eher kurz gestaltete Ausflug wird aber mit den interessanten Erkundigungen wohl noch längere Zeit und nachhaltig in guter Erinnerung bleiben.

Franz Dahinden