Rheinfelden

Veloclub-Rheinfelden war 3 Tage im mediterranen Markgräflerland unterwegs

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Gutedeltour-Truppe

Gutedeltour-Truppe

„Gutedeltour“ benannte der Organisator Peter Born die diesjährige 3-Tages Rennvelotour des Veloclubs Rheinfelden durch die Markgräfler Rebenlandschaft. Ob der Tourentitel ausschlaggebend war für die hohe Beteiligung oder die Aussicht auf wunderbares Velowetter bleibt dahingestellt. Jedenfalls konnte der Präsident Edi Feldmann auf dem Parkplatz 3 Könige in Rheinfelden, nicht weniger als 20 aktive, junggebliebene Rennfahrer begrüssen und sie mit guten Wünschen, bei strahlender Morgensonne um 8.30 Uhr, wie geplant auf die Tour schicken. Begleitet wurde die Truppe, wie schon in den Jahren zuvor von Fredy Mohler, der mit seinem Privat – PKW immer zur Stelle war, wenn etwas gebraucht wurde oder fehlte und der auch immer wieder als Guide am Strassenrand auftauchte um den Weg zu lotsen oder auch mal die Truppe anzufeuern oder zu motivieren, wenn es etwas mühsam wurde. Auch Fritz Gallati war mit seinem Töff wieder mit von der Partie und gab unterwegs wertvolle Anweisungen, sei es an der Spitze des Feldes oder am Schluss. Komplettiert wurde der Begleittross durch Edi Feldmann mit Gepäck-und Werkzeugwagen.

Flott ging die Fahrt voran von Rheinfelden über die Landesgrenze, hoch nach Adelhausen und hinunter ins kleine Wiesental. Entlang des Baches in der frischen Morgenluft wurde schon bald zur Kaffeepause in der Nähe von Tegernau gerufen. Die ob der grossen Gästezahl etwas überraschte Wirtin hatte nach unserem Besuch wahrscheinlich ihr Tagesziel erreicht und war auch nachsichtig beim Wechsel der frischen, grossen Euroscheine. Nach der Pause erwartete uns die erste Herausforderung hoch zum Haldenhof auf 930müM. radelten bis jetzt alle 20 Aktive noch zusammen, splittete sich am Berg recht schnell der Trupp auf in die Kletterspezialisten und die „Sprinter“. Aber es ist im Veloclub ungeschriebenes Gesetz, dass am Gipfel auf alle gewartet wird. So wurde es auch während der gesamten Tour praktiziert. Nach einem stärkenden Mittagessen im Gasthaus Haldenhof ging es in rasantem Tempo, allen voran unser Tandem mit Peter Geissberger und Robert Stoffel, hinunter ins Tal und bald schon kam man im beschaulichen Weinort Staufen an, wo die Strassencafés erneut zu einem Stopp einluden. Anschliessend waren es nur noch 15 km bis zum Zielort Badenweiler und dem schön gelegenen Hotel Behringers Traube. Mit dieser Unterkunft haben wir das grosse Los gezogen. Ein äusserst freundliches, junges Wirte Paar offerierte herrliche Zimmer mit grossen Balkonen und Blick auf den Schwarzwald und hinunter in die Rheinebene bis zu den fernen Vogesen. Getoppt wurde die Unterkunft noch mit einem kulinarischen Abendessen, das sogar die WM Fussball Niederlage am Abend, Schweiz – Frankreich erträglich werden liess.

Am Samstag ging es dann bei strahlendem Kaiserwetter auf die 100 km Königsetappe rund um den Kaiserstuhl. Nach wenigen Kilometern wieder in Staufen angekommen, verführte der Samstagmorgen nochmal zum kurzen Verweilen in dem mittelalterlichen Städtchen um bei einer Tasse Espresso dem bunten Markttreiben mit den reich gedeckten Tischen zuzuschauen. Manch erstauntes Ah und Oh war zu hören angesichts unseres Auftretens und der Bewunderung soweit mit dem Velo unterwegs zu sein. Weiter ging es hinauf zu zwei Pässen. Zuerst auf den langestreckten Vogelsangberg, der mit 13% Steigung die ersten schweissnassen Trikots erzeugte und gleich danach folgte der ab Oberbergen nicht minder anstrengende Texaspass, ein alter Bekannte aus einer früheren Tour. Die Bezeichnung Texaspass mitten im beschaulichen Südbaden ist nach wie vor ungeklärt. Einige meinen, dass Lance Armstrong hier vor der Tour de France trainiert habe; plausibler scheint aber die Story von dem einsamen Velofahrer, der sich in der Mittagshitze den Pass hochquält und aus schweissnassen Augen kurz vor dem Ziel in der flimmernden Sonne John Wayne hoch auf seinem Ross zu erkennen glaubt. Wie auch immer, alle waren stolz den Pass erklommen zu haben und das Mittagessen unten in Königschaffhausen war mehr als verdient. Non stopp ging es dann auf die 40km lange Flachtour zurück nach Badenweiler ins Hotel. Ein besonderes Highlight war der Samstagabend - Tag der Sonnwende – mit der Einladung unseres Organisators Peter Born, der uns in sein nahe gelegenes Wohnhaus einlud, wo wir in angenehmen Ambiente das WM-Spiel Deutschland-Ghana geniessen konnten.

Am Sonntag hiess es leider schon wieder Abschied nehmen von der freundlichen Herberge und im einheitlichen neuen Velotenue gekleidet ging es auf die Rückfahrt. Schnell war man vom Kaiserstuhl entlang lauschiger Weinorte ins Kandertal gekommen und bei erneut herrlichem Sonnenschein wurde die Kaffeepause auf dem Marktplatz in dem Töpferort Kandern eingelegt. Danach wurde es nochmal anstrengend, hinauf zur Scheideck und hinunter nach Steinen und Schopfheim, über Hasel bis zur Mittagsrast in Wehr. Schnell ging es danach nach Säckingen und über den Rhein in die Heimat Richtung Rheinfelden. Auf der Schlussetappe kurz vor Möhlin spornte uns Edi Feldmann am Wegrand nochmal mit einem Plakat „Encore 4 km“ zum Endspurt an.                        

Die äusserst gelungen, fast unfallfreie Tour ist den hervorragenden Organisatoren und Begleitern zu verdanken, aber auch alle Aktive haben durch rücksichtsvolles Fahren und kameradschaftlichen Zusammenseins dazu beigetragen ein weiteres grossartiges Kapitel in der Geschichte des Veloclubs Rheinfelden zu schreiben.

24.06.2014 Klaus Blechschmitt

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