Unter Leitung von Erhard Engel waren sechs Biker sowie zwei Begleitpersonen mit dem Rennvelo in sieben Tagen von Regensburg nach Berlin unterwegs. Nach der Fahrt im Kleinbus nach Regensburg stand die Stadtbesichtigung der Heimatstadt des jetzigen Papstes auf dem Programm. 

Am nächsten Morgen gings los. Nach leicht regnerischem Auftakt und viel landschaftlichem Auf und Ab und zwischen dunklen Gewitterfronten hindurch wurde das erste Etappenziel Erbendorf erreicht. Bei einem Glas Wein war von den Wirtsleuten allerlei Interessantes über die Nachkriegszeit in der ehemaligen DDR bis hin zur Tages­aktu­alität zu erfahren.

Die zweite Etappe führte in leicht coupiertem Gelände nach Plauen. Immer wieder stehen kleinere Gruppen von Windrädern in der Landschaft als Zeichen der Förderung der "grünen Energie" in Deutschland. Das radfahrerische „Highlight" war eine 10 km-lange rasante Abfahrt in „Windschattenformation" durch eine wenig befahrene malerische Landschaft, eingebettet in grüne Felder und unterbrochen durch viele Wälder und Waldstücke bis Mitten ins Zentrum von Plauen.

Die 3. Etappe auf Nebenstrassen in prächtiger dünnbesiedelter Landschaft mit vielen Getreidefeldern, im manchmal gemächlichen, manchmal schon leicht ruppigen Auf und Ab führte nach Chemnitz, einer bedeutenden Industriestadt der ehemaligen DDR, die sich aber in der Zeit seit der Wende 1989 herausgeputzt hat. Untergebracht in einem ehemaligen Mitarbeiter-Gebäude einer stillgelegten Spinnerei, die früher ein bedeutender Arbeitgeber gewesen sein muss und nun als Industrie- Gewerbe-, Dienstleistungs- und Verwaltungszentrum dient. Da kommen Parallelen zum Bally-Areal in Schönenwerd auf und einige der Teilnehmer erzählten aus dem „Fadenkästchen" alte Bally-Geschichten.   

Die 4. Tagesetappe führte über 130 km nach Koitsch. Tageshöhepunkt war die Fahrt ins Herz von Dresden wo das Bike-Team auf der Brühlschen Terrasse an der Elbe bei prächtigem hochsommer-lichem Wetter im Angesicht der Elbe und der berühmten Semper Oper Mittagsrast hielt. In holpriger Fahrt aus der Stadt und über durch immer flacher werdendes Gebiet auf wenig befahrenen Nebenstrassen gings - vereinzelt auch auf Kopfsteinpflaster, dass an alte DDR-Zeiten erinnerte - zum Tagesziel Koitsch.

Dann am nächsten Tag die Flach-Etappe durch grüne Weiten und lang gezogene Wälder und später quer durch das „holprige" Cottbus, das auch als Energieregion bekannt ist. Davon zeugen die neun Kühltürme von Willemsdorf und die Braunkohle-Gruben in der Nähe.  Am Nachmittag kommen Gewitterwolken auf, was die Spitze des „Schnellzuges" zu erhöhtem Tempo animiert. Die Renn-Equipe tritt in die Pedalen im Rhythmus einer gutgeölten Nähmaschine und erreicht das Tagesziel, das in der Ferienregion Lausitz gelegene Dörfchen Guben, das nur 2 km von der polnischen Grenze entfernt ist.  

Nach einer Gewitternacht klärte sich der Himmel bis zum Aufbruch. Auf dieser flachen Etappe waren Kämpfe mit ruppigen Seiten- und Gegenwinden auszufechten sodass die  Mittagsrast beim berühmten Dom von Fürstenfelde gelegen kam. Das letzte Stück nach Schöneiche war auf grobklotzigem Kopfsteinpflaster bis zum Hotel Edelweiss zurückzulegen.

Für die kurze Schlussetappe war Regen angesagt, aber Berlin als Ziel lag bereits vor Augen, sodass der Regen der Stimmung keinen Abbruch tat. Kurz vor Schluss bei strömendem Regen war noch ein Plattfuss zu beheben. Insgesamt hatten die Rennfahrer abgesehen von zwei Plattfüssen aber keine Pannen oder Unfälle zu verzeichnen und trafen zwar nass aber wohlbehalten in Berlin, der Hauptstadt Deutschlands, ein.

Es war eine eindrückliche Velo-Entdeckungsreise mit vielen Kilometern auf dem Sattel der Rennräder durch abwechslungsreiche Landschaften und mit unzähligen und einmaligen Eindrücken aus den Begegnungen mit Land und Leute ....

Die drei Tage in Berlin wurden für die Erkundung dieser spannenden Stadt genutzt. In Erinnerung bleiben vor allem der Reichstag, das KAWEDE (Kaufhaus des Westens), wo es buchstäblich nichts gibt, dass es nicht zu kaufen gibt, das Brandenburger Tor und die Siegessäule, die „virtuellen Mauerreste" beim Potsdamer Platz und beim Checkpoint Charlie, der 368 m hohe Fernsehturm am Alexanderplatz, der prächtige Berliner Dom, die an prominenter Lage gelegene Schweizer Botschaft, Kurfürstendamm und... sicherlich ist noch ein Koffer in Berlin geblieben...

Es war eine gelungene Reise.... wohin wird wohl die nächste führen?