Ennetbaden

Ur-Ennetbadener Ernst Müller feiert seinen 95. Geburtstag

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Der ehemalige Badener Postverwalter und gewesene Kirchenpfleger der katholischen Kirchgemeinde Baden-Ennetbaden feiert heute (am 15. April 2015) seinen 95. Geburtstag

Ernst Müller-Fanzun (*15. April 1920) hat allen Grund, stolz und glücklich zu sein. Der pensionierte ehemalige Badener Hauptpostverwalter feiert am heutigen Mittwoch in beneidenswerter geistiger Frische und ansprechender körperlicher Verfassung seinen 95. Geburtstagstag. Geboren zwar an der Badener Zürcherstrasse wuchs der Ur-Ennetbadener aber an der Goldwand auf, nachdem seine Eltern kurz nach seiner Geburt ein Zweifamilienhaus, das sie sich an der Ennetbadener Badstrasse 34 hatten bauen lassen, beziehen konnten. Nach der Primarschule in Ennetbaden und der Bezirksschule in Baden folgte die Verkehrsschule in St. Gallen, wo sich Ernst Viktor (so sein voller Vorname) zum gradierten Postbeamten ausbilden liess. Während der postalischen Wanderjahre lernte er die ganze Schweiz kennen und dann im Militär- und Aktivdienst zudem auch die Frau und Liebe seines Lebens: Tina Fanzun Müller (*29. Juli 1924) aus Tarasp im Unterengadin. Das war im Jahre 1943 in San Murezzan (St. Moritz), wo die diplomierte PTT-Telefonistin mit Mittelschul-Handelsdiplom auf dem Telefonamt arbeitete und der junge Armee-Leutnant und nachmalige Kompaniekommandant im Range eines Hauptmanns Aktivdienst zu leisten hatte. Geheiratet wurde am 30. Juni 1947 in der Pfarrkirche Tarasp. Und die Liebe hielt ewig, und sie tut das immer noch. Vor bald drei Jahren - am 30. Juni 2012 nämlich - konnten Ernst V. Müller und seine Tina Fanzun Müller im Kreise ihrer Familie an der Goldwand im Hause ihres ältesten Sohnes Basil bereits die Eiserne Hochzeit – 65 Jahre Eheglück – feiern (das BT berichtete darüber).

Unmittelbar nach der Hochzeit folgte die stolze und fröhliche Unterengadinerin ihrem frisch angetrauten Gemahl in das elterliche Zweifamilienhaus an der Ennetbadener Badstrasse. Der Kinderwunsch blieb lange nur Wunsch, und als er sich dann doch noch erfüllte, ging’s rassig: innerhalb von 29 Monaten legten sich gleich drei Söhne (Basil 1952, Urs 1954, Reto 1955) in den Stubenwagen.

Ernst Müllers beruflicher Weg führte ihn vom gradierten Postbeamten bis zum Badener Hauptpostverwalter. Und als solcher erlangte er – der er auch lokalpolitisch tätig war - einige Bekanntheit, nicht nur – aber auch - wegen seiner Anordnung, den um die Hauptpost parkierten Velos kurzerhand die Luft raus zu lassen (das BT berichtete darüber), weil diese trotz mehrmaliger Abmahnung der Lenkenden wiederholt und massiv den Post(auto)verkehr behinderten. Überdies war Ernst Müller während zehn Jahren (1984 – 1993) als Kirchenpfleger der römisch-katholischen Kirchgemeinde Baden-Ennetbaden und in Ennetbaden als langjähriger Pfarreirat tätig. Und die Badener Jassgemeinschaft kannte ihn als langjährigen Organisator der Schweizerischen Jassmeisterschaften in der Region Baden.

Eine gewaltige Zäsur bedeutete für Ernst Müller und seine Tina der Abbruch ihres elterlichen Zweifamilienhauses an der Badstrasse 34 in Ennetbaden. In ihrem Haus hatten sie nämlich ihr ganzes gemeinsames Leben verbracht, die drei Söhne gross gezogen und ihre Eltern gepflegt. Das Haus musste anfangs 2004 dem Tunnelbau für die Ennetbadener Kern- und Bäderumfahrung weichen. Heute lebt Ernst Müller zusammen mit seiner Tina vorwiegend in einer Alterswohnung im Kehl und nicht eben mehr so oft und so lang wie früher in ihrem Tarasper Ferienhaus. Auch kürzere Reisen beanspruchen halt zunehmend ein Mass Energie, die ohne Unterstützung nicht mehr so ohne weiteres zur Verfügung steht.

Ernst Müller ist nicht nur seelisch, sondern auch geistig ausserordentlich vital. Bei seinen um viele Jahre jüngeren Jasskollegen sind Ernstens Unterzüge beim Schieber immer noch Legion und gefürchtet. Ein Gläschen Wein ist eben halt doch Medizin. Auch wenn körperliche Altersbresten zunehmend den Aktionsradius einschränken, so gestalten Tina und Ernst ihren Alltag doch weitend noch selbständig. Und wenn man den Jubilaren nach seinen Wünschen fragt, so sind es nicht die grossen Träume und das lange Leben. Wichtig geworden sind viel mehr die kleinen und alltäglichen Dinge, die Ernst sehr achtsam und dankbar geniesst: der tägliche mindestens halbstündige Spaziergang, das tägliche Glas Wein und vor allem die traute Nähe zu seiner Tina.

Basil Müller

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