Betriebe zum Erfolg führen - das hat der Luzerner Unternehmer und Nationalrat Otto Ineichen mehr als einmal gemacht. „Sie müssen genau wissen, wohin Sie wollen, und sich auf dem Weg dorthin konsequent durchsetzen", erklärte er sein Rezept an der Unternehmertagung in Gränichen. Die drei landwirtschaftlichen Zentren Liebegg AG, Wallierhof SO und Ebenrain BL hatten den Anlass gemeinsam organisiert. „Ihr Bauern habt doch im Blut, was einen guten Unternehmer ausmacht", das hörten die Teilnehmer gerne: Überdurchschnittlicher Arbeitswille, Durchhaltevermögen, Vertrauen auf die eigene Kraft und Engagement der ganzen Familie, nannte Ineichen als wichtige Eigenschaften. Feuer und Flammen sollten allerdings aus einem guten Nährboden heraus brennen. Professionell müsse man vorgehen, die Mitbewerber und den Markt kennen, sich entsprechend schulen und weiterbilden, betonte der Referent. Er selber ist als Metzger- und Bauernsohn aufgewachsen und hat danach Wirtschaft studiert.

Zuerst soziale Defizite aufarbeiten
Erfolg ohne Verantwortungsbewusstsein ist für Ineichen nicht nachhaltig. Zu seinem eigenen sozialen Engagement gehört „Speranza": Die Organisation verhilft Jugendlichen mit ungünstigen Bildungsvoraussetzungen zu Ausbildungsplätzen. Diese jungen Leute müssten zuerst soziale Defizite aufarbeiten, erklärte Ineichen: pünktlich sein, sich anständig benehmen, selbstständig und zuverlässig werden. Und hier sieht der Mann mit den vielen Ideen ein neues Tätigkeitsfeld für Bauernfamilien: Die könnten solche Jugendlichen vorab einige Wochen bei sich aufnehmen, denn der landwirtschaftliche Familienbetrieb biete das ideale Umfeld für einen solchen Lernprozess.

Mut zur Entscheidung gemacht
Viele Ideen schwirrten in den Köpfen von Judith und Alexander Füglistaller, einem jungen Paar mit einem Landwirtschaftsbetrieb in Wohlenschwil. Der Wunsch nach Struktur und Ordnung brachte sie zum Unternehmerseminar ARC, das die landwirtschaftlichen Zentren anbieten. „Bevor man seine eigenen Schwächen und Stärken nicht kennt, muss man gar keine Pläne machen", sagt Alexander Füglistaller heute. Seiner Frau hat die Schulung Mut zur Entscheidung gemacht. Sie hat ihr Teilzeitpensum bei der Spitex gekündigt und betreut jetzt Demenzkranke auf dem Hof. Einen guten Weg hat auch Familie Aeschlimann aus Burgäschi mit dem Betriebszweig Agrotourismus gefunden. Der erste Anlass im grösseren Rahmen war ein Wagnis: Sie verlangten vom organisierenden Verein keinen fixen Mietpreis, sondern übernahmen einen Drittel vom Gewinn bzw. Defizit. Die Burghofnacht kam zu Stande. Nächstes Jahr wird sie zum zwölften Mal durchgeführt, rund 7000 Besucher werden jeweils von der besonderen Atmosphäre angezogen.
Ruth Aerni