Lengnau

Umgang miteinander

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Projektmorgen an der Primarschule und Kindergarten Lengnau

Am Mittwochmorgen trafen sich alle 270 Kinder der Primarschule und Kindergarten Lengnau auf dem Pausenplatz um sich in verschiedene Gruppen einteilen zu lassen. Während des laufenden Schuljahres wird in jedem Quartal ein Projektmorgen zur neuen Schulordnung durchgeführt. Am ersten Projektmorgen kurz vor den Herbstferien beschäftigten sich die Kinder mit dem Thema „freundlicher und respektvoller Umgang untereinander". Damals wurden alle Kinder in gemischte Gruppen eingeteilt. Die Gruppenführung übernahmen die Schüler und Schülerinnen der 5. Klasse.

Das Motto des 2. Projektmorgens war, „Rücksicht aufeinander zu nehmen". Die Kinder des Kindergartens und Unterstufe trafen sich in den verschiedenen Kindergärten und Schulzimmern zu Workshops. Themen wie: miteinander Stille zu erleben, in Zweiergruppen eine Zeichnung zu machen, ohne zu sprechen, meditieren und dabei Wolken im Bauch zu spüren und vieles mehr wurde den Kindern geboten. Für diese Aktivitäten braucht es einen rücksichtsvollen Umgang miteinander.

Mit Staunen haben die Schülerinnen und Schüler der 3.-5. Klassen den Kontakt mit Rollstuhlfahrern und blinden Personen erleben dürfen.
In der Turnhalle konnten sich die Kinder im Rollstuhlfahren üben. Es braucht Übung, um mit dem Rollstuhl über eine Matte zu fahren oder im Rollstuhl den Ball in den Basketballkorb zu treffen. Janic Binda als Nationalspieler der Rollstuhlbasketballmannschaft und der ehemalige Rollstuhlruggbyspieler Hansruedi Fitze haben den Kindern einige Tricks und Kniffe gezeigt. In einem Nebenraum zeigte Jeannette Schühle einen Film über das Rollstuhlfahren und beantwortete die Fragen der Kinder. Neugierig waren sie schon: Weshalb haben Sie keine Beine, wie gehen Sie damit um?
Die 14 Rollstühle, welche die Kinder nutzen durften, stammen vom Rollstuhlverein Zürich, wo Frau Schühle und Herr Fitze in der Vereinsführung arbeiten.

Lesen und schreiben ohne zu sehen, das haben die Kinder mit Frau Verena Müller und Frau Ruth Häuptli gelernt. Sie sind Mitglieder des Aargauischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes. Die beiden sehbehinderten Frauen berichteten aus ihrem Leben und aus ihrer Schulzeit, welche zu ihrem Bedauern damals nicht integriert verlaufen konnte. Beide brachten ihre persönlichen Hilfsmittel mit. Staunend konnten die Kinder erfahren, dass niemand derart viele Hilfsmittel zur Verfügung hat, wie Sehbehinderte. Ca. 630 Hilfsmittel sind dies mittlerweile. Besonders eifrig arbeiteten die Kinder mit den Blindenschriftschablonen und bildeten kleine Sätze mit der Brailleschrift.

Zum Ausklang des Morgens trafen sich, wie schon beim ersten Projektmorgen - alle Kinder auf dem Pausenplatz. Das von zwei Lehrpersonen komponierte und getextete Lengnauer Lied zur Schulhausordnung wurde diesmal zweistrophig (neu auch zur Regel2) gesungen und die Helferinnen und Helfer erhielten zum Abschluss einen herzlichen Applaus der Kinder.

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