Rheinfelden

Überraschende Momente

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Lukas Merkelbach, Dirigent.jpg

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Herbstkonzert des Orchesters beider Rheinfelden vom Sonntag 10 November 2013 im Musiksaal der Musikschule Rheinfelden-Kaiseraugst

Mit grossem Programm erwarteten die MusikerInnen die zahlreich erschienenen hörfreudigen Gäste. Der Zeitrahmen der Kompositionen umfasste 300 Jahre: von Corelli, der im 17. Jahrhundert komponierte über Beethoven bis Charles Yves, welcher „the unanswered question“ , die „unbeantwortete Frage“ anfangs des 20. Jahrhunderts stellte.

Exakt in dem Moment als das Orchester damit beginnen wollte, setzten die Kirchenglocken der katholischen Kirche mit ihrem Geläut ein. Das bot die Möglichkeit, dass Publikum und Orchester sich erst einmal schweigend diese 10 Minuten lang meditativ in die Sprache der Glocken einhören konnten. Auch diese erregen Fragen und Emotionen. In die ausklingenden Glocken hinein, setzten nun die Streicher mit ihren durchgezogenen Akkorden ein. Diese Akkorde bildeten die Klangkulisse, die sich durch das ganze Stück webte. In diese hinein stellte die Trompete immer wieder ihre Frage. Es ist die Frage nach der ewigen Existenz – die grösste aller Fragen überhaupt, die Menschen aller Zeiten gestellt haben. Sie zu beantworten haben viele Geister im Laufe der Menschheitsgeschichte versucht. Charles Yves lässt die Bläser verzweifelte Versuche machen, doch sie finden keine Antwort. Das Stück klingt aus und entlässt die Zuhörer ohne eine Lösung anzubieten..

Der Vorspann zu Yves bildete Beethovens Coriolan Ouvertüre. Sicher und volltoniger Streicherklang, emotional geladen, sehnsüchtig. Doch zum Schluss auch hier drei Fragen zum Ausklang. Ein schönes Hörerlebnis zum Auftakt.

Gänzlich in unseren Hörgewohnheiten verankert folgte das „Concerto Grosso“in D-Dur von Arcangelo Corelli. Hier erlebte man höfische Musik zur Ergötzung und Selbstbestätigung der Mächtigen und Reichen. Edel, geglättete Wogen, angenehm erregend, kaum polarisierend. Das Leben ist so gut.

Nach der Pause erklang die 1. Sinfonie von van Beethoven. Der erste Satz erklang sicher und in schönem Zusammenspiel von Streichern und Bläsern. Die ausgearbeitete Dynamik beeindruckte sehr. Der Beginn des langsamen 2. Satzes zeigte bei den Geigen Schwächen und Unsicherheiten bei der Intonation. Mit dem 3. und 4. Satz wurde dann wieder durch temperamentvolles und differenziertes Musizieren die Sinfonie zu einem glanzvollen Ende gebracht.

Dorothea Ernst

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