Fahrwangen

Überlebt Fahrwangen nur mit einem neuen Schulhaus?

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Gemäss Gemeinderat hängt das finanzielle Überleben Fahrwangens von einem Schulhaus ab. Er droht mit einer «massiven» Erhöhung des jetzt schon hohen Steuerfusses, falls der neue Oberstufenstandort des oberen Seetals nicht Fahrwangen wäre.

Befürworter wie Gegner werfen sich gegenseitig falsche Fakten vor. Hieb–und stichfest belegen können beide Seiten ihre Argumente nicht. Die Wahrheit dürfte wie so oft irgendwo dazwischen liegen.

Vielleicht müsste sich der Gemeinderat aber dennoch fragen, warum die nötigen Unterschriften für ein Referendum so rasch zusammen waren. Ist das Vorgehen vielleicht doch etwas zu forsch? Wäre ein echter Dialog mit der Bevölkerung nicht besser, als mit «Schreckens-Szenarien» Druck zu machen?

Von den beteiligten Gemeinden liegt Fahrwangen geographisch am besten für eine zentrale Oberstufe. Das leuchtet ein. Dasselbe Argument hat jedoch schon bei der Aufhebung einer der Bezirksschulen Seengen-Seon-Fahrwangen nicht funktioniert. Die Gemeinden konnten sich nicht einigen, das Verdikt musste der Kanton sprechen. Verlierer sind die Bezirksschüler*innen von Sarmenstorf, Bettwil, Fahrwangen und Meisterschwanden, denen nun teilweise groteske Schulwege zugemutet werden.

Ein Teil von Fahrwangens Einwohner*innen fragt sich nun, wieso ihre Gemeinde mit der jetzt schon hohen Verschuldung und tiefen Steuerkraft ein solches Projekt mit zahlreichen Risiken allein stemmen soll. Wenn die umliegenden Gemeinden an einer schülerfreundlichen Lösung interessiert sind, so könnten sie doch Investitionen und Risiken mittragen?  

Ein Nein bei dieser Abstimmung ist kein Nein gegen das Schulhaus (um das es notabene noch gar nicht geht). Es ist ein Nein gegen das Vorpreschen und gegen den Druck, der hier aufgebaut wird. Gute Lösungen brauchen Zeit. Nein zum Planungskredit heisst Ja für einen Marschhalt. Gefragt ist keine schnelle, sondern eine langfristige und ausgewogene Vision mit fairer Verteilung der Schulden und Risiken. Diese muss wesentlich über einen blossen Schulvertrag über zehn Jahre hinausgehen.

Nik Kühne und Wilma Heiniger

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