Ein wahrlicher Genuss wurde den Zuschauern am Länderkampf im Kunstturnen geboten – die Mannschaften aus Deutschland, Rumänien und der Schweiz zeigten einen hochstehenden Wettkampf, in dem unter anderem die Schweizer Delegationen ihre eher schwache Leistung an der Schweizer Meisterschaft wettmachten.

Larisa Iordache, Fabian Hambüchen, Giulia Steingruber – dies waren sicher die bekanntesten Gesichter, die am 6. September in der Sporthalle Obersiggenthal zu sehen waren. Es traten ein je 6-köpfiges Frauen- und Männerteam aus Deutschland, Rumänien und der Schweiz gegeneinander an, wobei pro Gerät 5 Athleten starten durften und die 4 besten Ergebnisse für die Teamwertung zählten. Der Wettkampf fand in einer für die Turnerinnen und Turner sehr intensiven Zeit statt: Unmittelbar nach den jeweiligen Landesmeisterschaften und kurz vor der Weltmeisterschaft in China zählten die Leistungen in Obersiggenthal als Barometer für die Selektion an die WM.

Die Rumäninnen traten mit einem jungen, aber durchaus erfahrene Team an. Deutschland konnte nur am Barren auf Weltcup-Siegerin Elisabeth Seitz zählen. Bei den Schweizerinnen galt, sich von den schwachen gezeigten Leistungen an den Schweizer Meisterschaften zu rehabilitieren. Und das taten sie, auch wenn sie in der Teamwertung deutlich hinter den beiden anderen Ländern lagen: Die Deutschen Turnerinnen holten sich mit 220 Punkten den ersten Rang, gefolgt von den Rumäninnen (219.05) und den Schweizerinnen (212.40).

Die Deutschen Athletinnen trumpften gleich zu Beginn am Stufenbarren auf, mit den höchsten geturnten Schwierigkeiten und besten Wertungen. Die Rumäninnen konnten vor allem mit ihren Bodenübungen das Publikum entzücken, zeigten aber auch die besten Teamleistungen am Balken und am Sprung.

In den Einzelwertungen gewann erwartungsgemäss Europameisterin Larisa Iordache, die an drei von 4 Geräten die beste Uebung aller Turnerinnen turnte. Giulia Steingruber, drittbeste an drei Geräten, durfte sich als Gesamtzweite feiern lassen. Dritte wurde deutsche Pauline Schäfer, die sich knapp vor Teamkollegin Kim Bui setzte.

Auch bei den Männern schwangen die Deutschen oben aus, dies mit einem deutlichen Abstand von über 4 Punkten: GER (342.80) - ROU (338.55) – (SUI (337.95).

Die Deutschen zeigten am Reck ihre Klasse – weder die Rumänen noch die Schweizer konnten mit den gezeigten Schwierigkeiten und Wertungen mithalten. Den Zuschauern bot sich ein herrliches Spektakel an Überfliegern am Reck, die einen an den Gesetzen der Schwerkraft zweifeln liessen. Mit einer unglaublichen Präzision wussten die Athleten im richtigen Moment an der richtigen Stelle nach dem Holmen zu greifen. Zu einem Sturzfestival hingegen entwickelte sich der Wettkampf am Pauschen, an dem so mancher der starken Männer strauchelte und das Gerät verlassen musste. Hier zeigten die Schweizer Athleten die besten Uebungen, und auch am Sprung lagen sie nur knapp hinter den Rumänen.

In der Einzelwertung gewann auch bei den Männern ein Rumäne: Andrei Muntean siegte vor dem Schweizermeister Eddy Yusof, der den besten Sprung zeigte. Auf Rang drei setzte sich der Deutsche Fabian Hambüchen.

Jessica Diacci, die ihre Turnerinnenkarriere bei KUTU Obersiggenthal begann, missglückte die Schweizermeisterschaft. Deshalb startete sie ausser Konkurrenz in ihrer „Heimturnhalle“. Die kräftige Unterstützung des Publikums und der Vereinskolleginnen liessen sie am Länderkampf strahlen. Sie wusste vor allem an ihrem Paradegerät Balken zu überzeugen und empfahl sich dank ihrer guten Leistung für einen Einsatz an der Weltmeisterschaft. Zudem wurde sie am Wettkampfende mit einer Ehrung für ihre Leistungen und ihren Einsatz als Botschafterin der KUTU-Riege Obersiggenthal belohnt.

Was KUTU Obersiggenthal mit Unterstützung des DTV Obersiggenthal und des STV Neuenhof auf die Beine gestellt hatte, war ein durchaus gelungener Anlass, nicht nur aus sportlicher Sicht. Die Rückmeldungen der Athletinnen und Athleten waren sehr positiv, das Publikum besetzte die Halle beim Frauenwettkampf bis auf den letzten Platz. An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an das OK, an alle Helferinnen und Helfer, die es mit viel Enthusiasmus und persönlichem Einsatz ermöglicht hatten, einen hochkarätigen Wettkampf in unserer Region auf die Beine zu stellen und mit viel Erfolg durchzuführen.

Weitere Informationen und den Link auf die Ranglisten finden Sie auf der Homepage www.lk2014.ch und www.kutu-obersiggenthal.ch.

KUTU Obersiggenthal