Ein präzis gesetzter Dartpfeil war der Grundpfeiler für eine wunderbare und kulturell hochstehende Turnfahrt.

Wie üblich gestaltete sich die Anlaufphase einzelner Turnkameraden als schwierig. Die Kritik an der SBB „sie sei zu wenig tolerant“ muss dementiert werden. Die S9 bremste doch zweimal ab, um auch die verspäteten Turner mitzunehmen. Die Fahrt ging via Zürich, Neuenburg nach Môtiers. In Môtiers nahmen wir eine kleine Stärkung zu uns und haben zugleich der Kappe von Guido gedacht, die beschlossen hat die Zugfahrt alleine weiterzuführen. Mit dem angeschnallten Rucksack ging es durch eine wunderschöne Schlucht auf einen Höhenweg Richtung Chasseron. Das Wetter wurde zunehmend schlechter, so dass wir das Mittagessen feucht fröhlich unter einem Unterstand zu uns nehmen mussten.

Als weiteres Highlight wäre nun die Aussicht vom Chasseron angesagt gewesen. Ausser Nebel war nicht wirklich viel zu sehen. Unsere Reiseleitung hat uns dank Smartphone ein paar Fotos von ihrer Rekognoszierung gezeigt, wie die Aussicht sein könnte. Das beruhigte gewisse Gemüter, da jetzt die Gewissheit da war, dass die Reiseleitung auch wusste, wo wir wirklich waren.

Von da an ging es nur noch hinab zum Städtchen Ste-Croix. Nach einer kleinen Absinthe-Stärkung ging es mit dem Zug nach Yverdon-les-Bains weiter, wo wir die Jugendherberge bezogen. Nach einem wohlverdienten z`Nacht, gekocht von der Hausmutter Erika, teilte sich die Turnerschar in zwei Lager auf - die Spielsüchtigen und die Partysuchenden.

Am Morgen nachdem alle den Heimweg wieder gefunden hatten, brachen wir frisch gestärkt ins Stadtzentrum auf, wo uns Herr Patrice Pitori zu einer Stadtführung erwartete. Er führte uns durch die Altstadt und setzte sein Wissen dezent ein. Danach war uns allen klar warum es Stadtführung heisst! Am Kanal La Thielle bestiegen wir das Kursschiff idée suisse. Auf dem Oberdeck wurden die Köpfe durchgelüftet, Wunden geleckt und neue Erkenntnisse besprochen wie zum Beispiel: Anmachsprüche auf Deutsch sind in Yverdon-les-Bains nicht wirklich angesagt oder schwingen an Flussufern mit sogenannten Heckenschwüngen ist der Gesundheit nicht wirklich förderlich.

Das Schiff fuhr gemütlich an den vielen Rebbergen und Gutshäusern vorbei Richtung Auvernier, wo wir beschlossen auszusteigen, da der Biervorrat auf dem Schiff ohnehin aufgebraucht war. Von Auvernier liefen wir die letzte Etappe am schönen Seeufer entlang nach Neuenburg.

Bei einem gemütlichen Bier in der Altstadt liessen wir die Turnfahrt ausklingen. Die Heimfahrt im Zug wurde genutzt um den Rucksack zu leeren oder Schlaf nachzuholen.

Wir Turner möchten den Reiseleitern Böbbi und Fefe ganz herzlich für die schöne, erlebnisreiche und gut organisierte Turnfahrt danken.