Im Rahmen ihrer Maturaarbeit organisierten Irina Käppeli und Melanie Koch-Etterli (Kantonschule Wohlen) ein Turn- und Sportlager für 8- bis 14-jährige Kinder.

Das Ziel der beiden Kantischülerinnen war hoch gesteckt. Sie wollten den Kindern die Möglichkeit bieten, neue Sportarten auszuprobieren und sich eine Woche lang zu bewegen und Spass zu haben. Für den letzten Abend war eine Schlussaufführung geplant, um den Eltern und Verwandten der Kinder zu zeigen, was sie während der Woche geübt hatten.

Irina Käppeli und Melanie Koch-Etterli war bei der Suche nach einem Thema für die Maturaarbeit schnell klar, dass sie ein Projekt verwirklichen wollten, das sie herausfordert und ihnen trotzdem Freude macht. Ihre gemeinsame Stärke ist das Turnen, Sport allgemein und die Freude am Umgang mit Kindern. Sie sind aktive Turnerinnen in den Merenschwander Vereinen, haben Erfahrung im Leiten von Jugendriegen und arbeiten auch sonst oft mit Kindern. Deshalb kamen sie auf die Idee, ein Turn- und Sportlager für Kinder zu organisieren und durchzuführen. Um ein Trainingsziel zu haben, planten sie eine Schlussaufführung. Damit das Gemeinschaftsgefühl gefördert wurde, entschieden sie sich, das Lager auswärts durchzuführen.

Nach über einem Jahr intensiver Planung und Organisation war der 6. Oktober endlich da. 39 aufgeregte Kinder und das Leiterteam standen an der Bushaltestelle in Merenschwand. Für einige Kinder war es das erste Lager und die Verabschiedung fiel ihnen – und ihren Eltern – etwas schwer. Doch schon auf der Fahrt nach Affoltern am Albis freuten sich alle auf die kommenden Tage.

Jeden Tag um neun Uhr begann in der Turnhalle Stigeli das Training. Es waren nur viereinhalb Tage Zeit, um die Turnshow auf die Beine zu stellen. Das bedeutete intensives und konzentriertes Training. Jedes Kind konnte vor dem Lager zwei von acht Disziplinen auswählen. Zur Auswahl standen: Minitrampolin und Pyramiden, Schulstufenbarren und Bodenturnen, Breakdance, Vertikaltuch, Jonglage und Einradfahren, Slapstick (Leiterakrobatik), Ropeskipping und Basketballtanz. Die Programme und die Musik hatten die beiden Hauptleiterinnen zusammengestellt. Sechs Leiterinnen und Leiter übten mit den Kindern rund fünf Stunden täglich die Turnnummern ein. Die 25 Mädchen und 14 Jungs waren topmotiviert, trainierten fleissig und hatten viel Spass. Als Ausgleich zum Training spielten alle Gruppen zusammen Spiele oder übten den gemeinsamen Tanz ein. In der Mittagspause wurde vom Küchenteam das Mittagessen im Aufenthaltsraum der Turnhalle serviert. Nach dem Essen konnten sich die Kinder auf dem tollen Spielplatz austoben, bevor die nächste Trainingseinheit begann. Nach dem Nachmittagstraining kehrte die ganze Gruppe zum Lagerhaus zurück, dem Pfadiheim Schwandenhölzli. Bei einem Zvieri wurde wieder Energie getankt. Anschliessend wurden Kostüme gebastelt, Bühnenbilder gemalt oder draussen gespielt. Die Kinder machten begeistert mit, vor allem das Action-painting mit Neonfarben machte ihnen Spass. Jeden Abend verwöhnte die Küchencrew die hungrigen Kinder und das Leiterteam mit einem leckeren Nachtessen. Um die abtrainierten Kalorien wieder zu ersetzen, durfte ein feines Dessert nicht fehlen. Gesellschaftsspiele und gemütliches Beisammensein rundeten die Abende ab. Manchmal dauerte es jedoch etwas länger, bis die Nachtruhe einkehrte.

Die Tage vergingen wie im Flug und schon war es Freitag - der Tag der Schlussaufführung. Am Vormittag hatte jede Gruppe nochmals eine Stunde Zeit um ihr Programm zu perfektionieren. Am Nachmittag fand die Hauptprobe in den Kostümen statt. Langsam war die Anspannung spürbar. Um 19.00 Uhr begann die Vorführung vor rund 140 Zuschauerinnen und Zuschauern. Die Kinder zeigten ihr ganzes Können und begeisterten das Publikum mit sensationellen Auftritten. Auch das Leiterteam war überwältigt, was sie in dieser kurzen Zeit mit den Kindern erreicht hatten und freute sich riesig über den Erfolg. Der tosende Applaus des Publikums und die strahlenden und stolzen Gesichter der Kinder waren der Lohn für den grossen Aufwand.

Bevor es am Samstag nach Hause ging, musste das Lagerhaus auf Hochglanz poliert werden. Anschliessend fuhren alle gemeinsam nach Merenschwand zurück. Bei der Verabschiedung gab es einige Tränen und die Kinder bedankten sich nochmals für die unvergessliche und tolle Lagerwoche. Oder mit den Worten der Kinder: „Es isch Hammer gsi, mached das nomal!“

Irina Käppeli und Melanie Koch-Etterli bedanken sich an dieser Stelle herzlich beim Leiter- und beim Küchenteam, welche unermüdlich im Einsatz waren und eine Woche Ferien für das Lager „geopfert“ haben. Ein grosser Dank geht an die zahlreichen Sponsoren, die das Lager mit grosszügigen Spenden und Naturalgaben unterstützt haben. Ohne diese Unterstützung wäre es nicht möglich gewesen den Elternbeitrag so tief zu halten. Diese Unterstützung zeigte ihnen, dass ihr Engagement für die Kinder geschätzt wurde.

Irina Käppeli und Melanie Koch-Etterli