(mst) Können wir überhaupt noch ohne unser Smartphone leben? Diese Frage hat sich die Bez 1b der Kreisschule Rheintal-Studenland in Bad Zurzach gestellt. Und einen furchtlosen Selbstversuch gewagt.

Im April kam das Thema Handykonsum in der Klassenstunde der 1b zur Sprache. 16 von 18 SchülerInnen besitzen ein Smartphone und die meisten von ihnen dürfen es unbegrenzt nutzen. Schnell wurde klar, dass die Jugendlichen heute lieber miteinander chatten als von Angesicht zu Angesicht miteinander zu reden. Beliebt sind auch Spiele, manche sogar mit Suchtpotenzial. Youtube nutzen die SchülerInnen wie Erwachsene das Fernsehen, Selfies und Fotos stehen ebenfalls ganz oben auf der Liste der beliebtesten Smartphone-Anwendungen.

Dass so viele Möglichkeiten auch viel Zeit kosten, war den Jugendlichen dabei zunächst nicht so klar. Viele haben ihren Handykonsum auf 1-2 Stunden pro Tag geschätzt. Als die SchülerInnen dann aber mit einem Protokoll ihre Zeit am Handy einen Tag lang erfassten, lagen die Zahlen weit höher: Bis zu 5h 30min verbrachten die Jugendlichen am Handy – Zeit, die sinnvoller genutzt werden könnte.

So kam die Idee der smartphonefreien Woche auf. Schnell hatte sich die Klasse auf das Motto Trendy ohne Handy geeinigt, und das coole Logo, entworfen von der Mitschülerin Sophia Ochsner,  gab der Aktion ein eigenes Erscheinungsbild.

Die Klassenlehrerin der 1b, M. Stiller, erarbeitete mit Unterstützung der Suchtprävention Aargau ein Begleitprogramm für den Unterricht und stellte für die gewonnene, smartphonefreie Zeit ein Angebot an Aktivitäten zusammen. So verbrachte die 1b alle Mittagpausen in dieser Woche gemeinsam – mit Picknicken, Spielen, Minigolf, Bräteln und einem Besuch im Regibad.

Ein ganz besonderer Clou war dabei, dass die Raiffeisenbank Bad Zurzach es den SchülerInnen ermöglichte, ihre Handys während der Woche in einem Bankschliessfach zu verwahren. Ausserdem sponserte sie der Klasse den Besuch in der neuen Minigolfanlage Bad Zurzach. Zudem erklärten sich alle Lehrer der Klasse als Belohnung bereit, in dieser Woche weder Hausaufgaben zu verteilen noch Prüfungen durchzuführen.

Zu Beginn der Woche hatten die SchülerInnen noch Ängste geäussert: Würden sie es ohne ihr Smartphone schaffen? Gelingt es ihnen, sich dem Leben ohne die ständige Ablenkung durch das Handy zu stellen?

Am Ende ziehen die Jugendlichen eine positive Bilanz: „Es ist toll, dass ich so viel Zeit mit unseren Kollegen verbracht habe“, und „auf einmal hatte ich so viel Freizeit!“, stellten die Schüler fest.

Ein ausführlicher Bericht über die Woche,  Infomaterial und Links finden sich auf dem Blog der Klasse: www.bez1b.wordpress.com.