Ernst Tschanz, geb. 1928, aus Oetlikon, liess die rund 45 Anwesenden auf lebhafte und witzige Weise teilhaben an seinen Erinnerungen aus seiner Kindheit bis hin zur heutigen Zeit.

Als Dritter von neun Geschwistern aufgewachsen, lernte er bald zupacken und hart arbeiten auf dem kleinen Bauernhof, den seine Eltern in Pacht betrieben in Heimerüti, in der Umgebung vom Chuderhüsi im Emmental. Im Haus gab es kein Elektrisch, das Wasser holte man am Brunnen. Die Küche war eine Rauchküche, zwei Stockwerke hoch und die Metzger brachten ihre Schinken und Speckseiten zum Räuchern.

Die Schule besuchte er in Goucheren. Im Winter mussten sie im Schulhaus bleiben über Mittag. Es gab Milch und ein Stück Brot. Die zwei Lehrerinnen wohnten gleich im Schulhaus und Ernst musste jeweils im Herbst Tannzapfen sammeln, damit sie den Ofen damit heizen konnten. Seine Mutter nähte ihnen alle Kleider selber bis in alle Nacht hinein. Den Mädchen vom Dorf, die heiraten wollten, lehrte sie nähen. Sein Vater war auch noch Dachdecker und Schindelmacher zusammen mit seinem Bruder. Am Abend bis spät wurden mit dem Ziehmesser auf dem Ziehstuhlböckli Schindeln geschnitten und stirnseitig glatt gestrichen. Es gab Dachschindeln, Randschindeln und Ziegelschindeln.

In der Oberstufe musste er mit einem Bruder zusammen in den Herbstferien jeweils als Hüterbube zu den Schafen und Rindern schauen bei anderen Bauern und so das Essen verdienen.

Im Jahre 1954 heiratete er seine Frau Elisabeth, die ihm vier Mädchen und einen Knaben schenkte und ihm auch in schweren Zeiten immer zur Seite stand. In Lützelflüh-Goldbach bewirtschafteten sie eine Pacht an einem sehr steilen Hang, bis sie dann im Jahre 1958 in Oetlikon durch die Vermittlung eines Onkels einen Bauernhof pachten und dann Jahre später kaufen konnten. Seine Frau war eine bekannte Jodlerin und sang an vielen Gesangsfesten mit Auszeichnung. Sie ist leider vor sieben Jahren verstorben, seinen Sohn verlor er vor 20 Jahren an einer Hirnblutung.

Die letzten Jahre vor der Pensionierung arbeitete Ernst Tschanz bei der SBB mit dem Schienentraktor auf der Strecke Regensdorf – Wettingen, was ihm sehr Freude bereitete.

Mit folgendem Vers schloss er seinen tief beeindruckenden Vortrag über ein hartes, arbeitsreiches Leben, in dem es viele Hindernisse zu bewältigen galt.

Ha no es Stückli Bode, gwüss nume es paar Schue.

I cha mi druf no rode, u ha no öppis ztue.

I schaffe i mim Garte, so langs no öppe got.

Will zfriede si und warte, bis mis letschte Stündli schlot.

Alexandra Zihlmann aus Würenlos