Leutwil

Trachtengruppe Leutwil am Schützen-Jubiläum

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Von der Trachtenfamilie einen besonderen Stuhl für die Leutwiler Schützen

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Von der Trachtenfamilie einen besonderen Stuhl für die Leutwiler Schützen

Trachtengruppe Leutwil am Schützen-Jubiläum

Dass Traditionen verbinden, bewies der am Freitag, 1. Juni im Rahmen des 125-Jahre-Jubiläums durchgeführte Unterhaltungsabend „Urchig-Guet“, die Trachtengruppe Leutwil hatte damit „voll ins Schwarze“ getroffen. Waren es am späten Nachmittag traditionelle Feldschiess-Töne welche durchs Lüpuer Moos schallten, ertönten am Abend weitere heimatliche Klänge von einheimischen und auswärtigen Gast-Gruppen gespielt: Alphorn, Schwyzerörgeli und Treicheln.

Nach der Begrüssung der Präsidentin Nelly Gloor und den Willkommens-Worten von der durch den Abend führenden Ansagerin Therese Hintermann eröffnete Beat Huber, bekannt als „de  Alphorn-Huber vo Lüpu“,  mit einer respektablen 6er-Formation den Abend mit wunderschön vorgetragenen Alphorn-Melodien, während vor dem gemütlich eingerichteten Festzelt die Kinder  und Jugendlichen sowie die Erwachsenen der Trachtengruppe Leutwil ihrem Einsatz entgegenfieberten.

Das Schwyzerörgeli-Duo Edith und Oskar Betschart aus Mühlau begleitete mit Schwyzerörgli-Klängen im unverkennbaren Muotathaler-Stil die Trachtenfamilie bei ihrem Einmarsch. Die festlich gekleideten Tänzerinnen und Tänzer, die jüngsten voran, wurden von den zahlreich anwesenden Schützen, Trachtenleuten und Freunden mit einem grossen Applaus empfangen. Während sich die Jüngsten wie ein Tatzelwurm tanzend vorwärts bewegten, suchten die Jugendlichen in einem Jugendtanz aus dem Bernbiet den „Weg nach Rüschegg“. Passend zum Schützen-Anlass wirbelten darauf die Mitglieder der Trachtengruppe zur Melodie „In der Patronetäsche“ aus dem Baselbiet auf die Bühne. Nach dem schönen Lioba-Walzer aus dem Kanton Aargau zeigte sich, wie getanzt wird, wenn man „Häxewasser“ konsumiert hat, einem Marsch zu Musik aus dem Bündnerland. Als Abschluss tanzten die Jugendlichen mit den Erwachsenen zusammen den Rabiosa-Schottisch dies als Überraschung zur Dixie-Version der Melodie „s‘Lama got nach Lima“. Nach der Vorführung wurde das Geheimnis um den originell mit Geld-Munition verzierten Stuhl in der Mitte gelüftet. Symbolisch überreichte die Trachtengruppe Dieter Neuenschwander, Präsident der SG Leutwil, diese Jubiläumsgabe, es wird der Stuhl mit der Schnapszahl 44 im neuen Bestuhlungs-Mobiliar im Schützenhaus sein. Da dieser Stuhl für die heutige Vorführung als Zentrum gebraucht wurde, konnte er an der Jubiläumsfeier vom letzten Sonntag noch nicht übergeben werden …. !

Derjenige Programm-Teil, der ganz der „etwas anderen Art“ des Abends entsprach, waren anschliessend die Geschwister Iris und Aline mit ihrem Vater und Manager Paul Amrein aus Kriens. Die Biographie der beiden erfolgreichen Entertainerinnen, welche schon zwei Mal im Musikantenstadl zu Gast waren, zeichnete auf, wieviel Aufwand es braucht, um im Show-Business Fuss zu fassen. Nachdem sie ihr gesangliches Können mit einem Artur Beul Medley und mehreren Jodelliedern bewiesen hatten, legen sie zur „Steiner-Chilbi“ einen perfekten Steptanz aufs Bühnen-Parkett. Spätestens jetzt war allen klar, weshalb die beiden Sängerinnen im kurzen Dirndl-Look gekleidet waren. Mit ihrer sympathischen Volksverbundenheit bewegten sie das Publikum ein paar Zugaben zu verlangen.

 Zwischen den gut aufeinander abgestimmten Highlights des Abends unterhielt das Duo Betschart mit Örgeli-Musik, nicht selten ertönte ein zünftiger Juchzer durchs gut besetzte Festzelt. Wenn man bedenkt, dass die beiden jungen Schwyzerörgeli-Spieler alle Stücke  anhand von gehörten Melodien auswendig spielen lernen und sich ob dem Spielen noch miteinander unterhalten, sind Edith und Oskar bewundernswerte Musik-Genies.

Unüberhörbar tönte es jetzt vom Eingang her: die Bärglüt am Morgartä aus Sattel/SZ hielten mit ihren Treicheln Einzug. Einheitlich in der Tracht der Gemeinde Sattel gekleidet boten die jungen Frauen und Männer ein wunderschönes Bild. Bei manchem im Publikum gingen diese Glockentöne „unter die Haut“. Mit Greiflen wird sonst jeweils am Dreikönigstag der Winter vertrieben. Mit zwei perfekt vorgeführten Innerschweizer Volkstänzen boten die jungen Paare eine Augenweide. Was Huusmusig ist und mit was sie erzeugt wird, wurde anschliessend demonstriert, in der Original-Sprache sagt man dem: Löffälä, Chlefälä, Bäsälä, Tätschlä. Eine ausgediente Örgeli-Kiste, ein Schwingbesen und der Deckel der Kiste ersetzen das Schlagzeug, ein Reisbesen samt Schlag-Holz ist wohl das gefährlichste Instrument, kaum vorstellbar, wenn da etwas daneben geht. Gott sei Dank war das bei den urchigen Gästen nicht der Fall, sie beherrschten die originellen Gerätschaften perfekt. Was wäre das Innerschweizer Brauchtum ohne das Gäuerle, ein Werbetanz, der seit dem Kinofilm „Bödälä“ wohl bei vielen ein Begriff ist. Ein zum Teil recht anstrengendes Unterfangen für die „Herren“ die ein „Fräulein“ begehren! Nach etlichen Zugaben beschlossen die Trachtelüt am Morgartä den „Urchig-Guet“-Abend passend mit dem Auszug der Treicheln.

Im Namen der Trachtengruppe verdankte die Moderatorin des Abends den Auftrag der Schützengesellschaft im Rahmen des Jubiläums einen volkstümlichen Abend zu gestalten und verabschiedete das begeisterte Publikum.

Anschliessend lud das Schwyzerörgeli-Duo Betschart bis um Mitternacht mit Stimmungsmusik  zum Tanz ein, was vor allem von den anwesenden Trachtenleuten rege genutzt wurde.     T.H.

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