Am 26. Oktober 2013 fuhren wir mit der Bahn von Baden über Basel ins Birstal nach Grellingen/BL. Nach dem obligaten Kaffee im Cafe Eggfluh machten wir uns auf den Weg ins wildromantische Kaltbrunnental. Die erste Viertelstunde führte der Weg unattraktiv der Bahn Richtung Zwingen entlang. Im "Kessiloch" standen wir unvermittelt vor einer mit Wappen verzierten Felswand. Hier haben sich die Soldaten der Grenzbesetzung im 1. und 2. Weltkrieg ihre Zeit vertrieben. Ins Kaltbrunnental vordringend tauchten bald in den Felswänden auf beiden Seiten die ersten Höhlen auf. Sehr gut dokumentierte Info-Tafeln über das Karstgebiet (Karstlehrpfad) und über die Höhlenbewohner und die unzähligen prähistorischen Funde weckten rasch unser Interesse. Da wurden Mammutzähne, Höhlenbärenknochen, Harpunen, Steinwerkzeuge, Nähnadeln aus Knochen usw. gefunden. Natürlich mussten wir auch unsere Neugier stillen  indem wir den glitschigen Steilhang zu einer grossen Höhle hinaufkraxelten (vom schwierigen Abstieg nicht zu reden). So standen wir in der Höhle und konnten uns schwer vorstellen wie hart und mühsam das Leben vor 15000 Jahren für diese Jagdgesellschaft gwesen sein musste und wie oft das Ueberleben einer Familie vom Erfolg oder Misserfolg ihres Ernährers abhing, vor allem wenn wir mit unserem komfortablen Leben und guter Ausrüstung vergleichen. Die damaligen Höhlenbewohner hatten wohl kaum unser Pensionsalter erreicht. Die Höhlen sind übrigens frei zugänglich. Es sind uns auf unserem weiteren Weg durch das raschelnde Laub noch viele kleine und grössere Höhleneingänge begegnet, zum Teil auch recht hoch an den Felsen. 

So waren wir nach dem Picknick auf einem Baumstamm froh, dass langsam der Talkessel lichter wurde und die Sonnenstrahlen durch den herrlich bunten Blätterwald fielen. Auch begleitete uns auf der ganzen Strecke das fröhliche Plätschern des Ibaches. Endlich aus dem Kaltbrunnental heraus führte unsere Wanderung an der milden Herbstsonne über die Juratafeln von Roderis/SO nach Bretzwil/BL. Allerdings hatten wir einige sehr steile Stellen zu überwinden und der Pfad war schlecht ausgeschildert und von Büschen und Gras überwuchert. Die sanften Juraweiden mit einem herrlichen Blick auf die bunten Jurahöhen vermochte uns zu besänftigen und das Postauto brachte uns in 20 Minuten von Bretzwil wieder sicher an den Start am Bahnhof Grellingen zurück. Die rund 4 1/2 stündige Wanderung haben wir in vollen Zügen genossen.

Gerd Pfirter aus Nussbaumen